Politische Börsen haben kurze Beine 

Für viele Anleger:innen – vom Privatinvestor:innen bis zum professionellen Fondsmanager:innen – herrschen momentan schwierige Zeiten. Wirtschaftliche Fakten treten eher in den Hintergrund, das politische Geschehen dominiert die Schlagzeilen und damit oft auch Kapitalmärkte. Dies führt dazu, dass es innerhalb sehr kurzer Zeithorizonte zu ständig wechselnden kurzfristigen Trends kommt, die am Nervenkostüm zerren. Als Folge herrscht Ratlosigkeit, weil unklar ist, wohin die Reise an den Märkten geht und wie man das eigene Wertpapierdepot wetterfest macht. 

Wichtige Entscheidungen und die Reaktion der Märkte

Immer wieder stehen die Börsen im Bann wichtiger politischer Entscheidungen. Zuletzt schaute die Finanzwelt gebannt auf den Ausgang der Wahlen in den USA. In Phasen der Unsicherheit neigen viele Börsianer:innen dazu, ihre Bestände vorsorglich zu verkaufen und später zu überlegen, ob sich ein Einstieg wieder lohnt. 

Unter solchen Umständen reagieren Marktteilnehmer:innen nicht immer rational. Angst und Unsicherheiten sind an der Börse schlechte Ratgeber. Häufig ist zu beobachten, dass die Märkte einige Tage nach einem unerwarteten politischen Ereignis, das bei Eintritt noch zu starken Kursverlusten geführt hat, schon wieder zur Tagesordnung übergehen. Kursverluste werden rasch wieder aufgeholt. Auf lange Sicht reagieren Aktien nämlich weniger auf das politische Geschehen, sondern viel stärker auf fundamentale Einflussfaktoren wie 

  • Das Zinsumfeld: Wie entscheiden die Zentralbanken?

  • Die Konjunktur: Wächst die Wirtschaft oder stagniert sie?

  • Die Unternehmensgewinne: Verdienen die notierten Firmen Geld?

Und es gilt: Die Veranlagungen in Wertpapiere bergen neben Chancen auch Risiken. Kurse können steigen und fallen. Die im Einzelfall vorhandenen Risiken und Einflussfaktoren hängen vom jeweiligen Finanzinstrument ab.

Einfluss der Politik

Selbstverständlich gibt es auch Einflüsse der Politik, die dauerhaft sind und Auswirkungen auf Unternehmen und Branchen haben. Hier muss zwischen kurzfristigem „Lärm“ und strukturellen Veränderungen unterschieden werden. Zu langfristigen politischen Faktoren zählen beispielsweise: 

  • Beschlüsse über die Energiewende

  • Regulierungsmaßnahmen für einzelne Branchen.

  • Steuerliche Entscheidungen wie eine Finanztransaktionssteuer

Solche Entscheidungen ändern die Rahmenbedingungen, unter denen Unternehmen wirtschaften. Durch die Globalisierung und die immer schnellere Verbreitung von Nachrichten verflüchtigen sich

allerdings auch die Auswirkungen schneller. Was gestern noch von hoher Wichtigkeit erschien, verliert sich aktuell schon wieder im Strudel neuer Ereignisse.

Mehr über den Energiemarkt, Kursentwicklungen und Aussichten für die Zukunft im Energiesektor kannst du hier lesen.

Risiken erkennen, Chancen nutzen

Durch politische Tagesereignisse hervorgerufene Kursverluste können Anleger:innen auch Chancen bieten. Fundamental attraktive Aktien sind auf einmal mit einem Preisnachlass zu haben. Oft ergeben sich damit günstige Gelegenheiten, die sich schon nach wenigen Tagen mit Kursgewinnen bezahlt machen. Denn neben der Börsenweisheit „Politische Börsen haben kurze Beine“ gilt auch die alte Kaufmanns-Sentenz „Der Gewinn liegt im Einkauf“.

Merke dir deshalb die Börsenweisheit “Politische Börsen haben kurze Beine”. Denn politische Ereignisse können  zwar kurzfristig für heftige Schwankungen an den Märkten sorgen, den langfristigen Trend der Börse jedoch meist nicht nachhaltig beeinflussen.

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