ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax rutscht denkbar knapp unter 25.000 Punkte
Der Dax hat am Mittwoch in
seiner jüngsten Konsolidierung wieder nachgegeben. Die
50-Tage-Chartlinie, ein Indikator für den mittelfristigen Trend,
erwies sich aber als Stütze für den deutschen Leitindex. Mit
24.999,53 Punkten dämmte er seine Verluste letztlich auf 0,59
Prozent ein. Zuvor hatte sich der Dax vier Handelstage in Folge über
der Marke von 25.000 Zählern gehalten. Der MDax der
mittelgroßen Unternehmen stagnierte am Mittwoch prozentual bei
32.100,75 Punkten.
Die im Juni nicht so stark wie erwartet gestiegenen
US-Erzeugerpreise untermauerten die positive Tendenz der
Verbraucherpreise tags zuvor. Die Teuerung in den USA schreite nicht
so schnell voran wie befürchtet, kommentierte Chef-Marktanalyst
Andreas Lipkow von CMC Markets. Das gebe der US-Notenbank Fed
Spielraum.
Im Nahen Osten blieb die Lage angespannt. US-Präsident Donald Trump
drohte mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur des Iran. "Die
relative Stärke der Aktienmärkte deutet darauf hin, dass kaum ein
Anleger von einer Rückkehr zu einem Krieg mit unkontrolliertem
gegenseitigen Beschuss ausgeht", sagte Consorsbank-Chefmarktanalyst
Jochen Stanzl. Schnäppchenjäger würden darauf setzen, dass die
Drohkulisse von Trump eine Verhandlungstaktik sei.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,23
Prozent auf 6.265,58 Punkte nach. Außerhalb der Eurozone schloss der
Leitindex in London ebenfalls etwas tiefer, in Zürich
ging es um rund ein halbes Prozent aufwärts. In New
York stand der Dow Jones Industrial zum europäischen
Handelsschluss moderat im Plus.
Für ein erstes Highlight der Berichtssaison sorgte das
niederländische Börsen-Schwergewicht ASML . Der
Chipausrüster veröffentlichte starke Quartalszahlen und schraubte
das Umsatzziel für das laufende Jahr noch weiter nach oben. Der
deutschen Halbleiterbranche half das aber nicht nachhaltig.
Chiphersteller Infineon sackte um 6,3 Prozent ab. Die
Zulieferer Aixtron , Siltronic und Suss
Microtec verloren zwischen 3,7 und 5,9 Prozent. Der
direkte ASML-Zulieferer Jenoptik büßte letztlich 0,3
Prozent ein. LPKF legten dagegen um 0,6 Prozent zu.
Beim Chemieriesen BASF sorgte die Zahlenvorlage nur
kurz für einen Sprung in positives Terrain. Dann drehten die Aktien
wieder ab und verloren schlussendlich 3 Prozent. Die Anhebung des
Jahresausblicks für den operativen Gewinn überraschte nur bedingt.
Außerdem sorgte die beibehaltene Prognose für den freien
Barmittelfluss für eine Enttäuschung. Dies impliziert aus Sicht von
Bernstein-Analyst James Hooper, dass höhere Rohstoffkosten die
Profitabilität im Zaum halten dürften. Im Sog von BASF waren auch
andere Chemietitel schwach.
Die Aktien von Schaeffler verloren 0,2 Prozents. Der
Auto- und Industriezulieferer schnitt vorläufigen Zahlen zufolge
auch im zweiten Quartal etwas profitabler ab als ein Jahr zuvor.
Neben der Margenentwicklung betonte UBS-Analyst Juan
Perez-Carrascosa aber auch den mauen Umsatztrend.
Die Titel von Redcare Pharmacy gewannen im Kielwasser
positiv aufgenommener DocMorris -Zahlen 2,6 Prozent.
Die Schweizer Online-Apotheke übertraf mit ihrem Umsatz im
vergangenen Quartal vor allem dank des starken Geschäfts im
Hauptmarkt Deutschland die Erwartungen.
Die Aktien von Nagarro fielen um 1,8 Prozent. Nachdem
die Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin Fehler im Abschlussbericht
2022 festgestellt hatte, legte der IT-Dienstleister Widerspruch ein.
Er sieht keine im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes wesentlichen
Fehler. Ein Antrag auf aufschiebende Wirkung des Widerspruchs
scheiterte aber vor dem Oberlandesgericht Frankfurt. Wie bereits vom
Unternehmen erwartet, veröffentlichte die Bafin inzwischen die
Fehlerfeststellungen.
Rheinmetall-Aktien litten etwas unter einer
kritischen Studie der Bank of America. Analyst Benjamin Heelan
bemängelte den starken Fokus des Rüstungskonzerns auf das Geschäft
mit Waffen und Munition. Angesichts einer sich stark verändernden
modernen Kriegsführung rückten Drohnen und Systeme für
Präzisionsschläge anstelle klassischer Artillerie in den Fokus.
Heelan bekräftigte aber seine Kaufempfehlung. Rheinmetall ging
daraufhin 0,4 Prozent tiefer aus dem Handel./niw/he