ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax legt etwas zu
Nach den Vortagesverlusten hat der deutsche
Aktienmarkt am Donnerstag moderat zugelegt. Der Dax
stieg im frühen Handel um 0,4 Prozent auf 24.842 Punkte und überwand
damit die 21-Tage-Linie als kurzfristigen Trendindikator, die
aktuell bei 24.823 Zählern verläuft. Der MDax
notierte am Donnerstagvormittag 0,2 Prozent höher bei 31.979
Punkten.
"Die Anleger stecken zwischen Zinssorgen und hohen Erwartungen an
den KI-Sektor fest, was das Handelsgeschehen in eine lethargische
Schaukelbörse verwandelt", konstatierte Marktanalyst Timo Emden. Die
jüngsten Verluste wirkten eher wie eine Verschnaufpause als der
Beginn einer handfesten Korrektur, glaubt der Experte.
Das Kursfeuerwerk bei Micron nach den Quartalszahlen
des Chipkonzerns ließ auch die deutschen Aktien aus dem
Halbleitersektor wieder mächtig anspringen. So verbuchten die
Papiere von Infineon , Aixtron und Suss
Microtec Kursaufschläge von bis zu 8 Prozent. Die
Micron-Titel zogen im außerbörslichen Handel um fast 20 Prozent an
und steuern auf ein Rekordniveau zu.
Micron hatte dank des KI-Booms unerwartet starke
Quartalszahlen präsentiert. Auch der Ausblick fiel deutlich besser
als von Analysten erwartet aus. "Die Quartalszahlen von Micron
Technology haben selbst die kühnsten Erwartungen noch in den
Schatten gestellt und sorgen im Technologiesektor rund um den Globus
für Begeisterung", schrieb Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker
CMC Markets.
Die Aktien von Rheinmetall gaben nach ihrem
Kurseinbruch vom Mittwoch um 0,6 Prozent weiter nach. Tags zuvor
waren sie nach einem von der Bundesregierung gestrichenen
Fregattenkauf im Milliardenvolumen um fast 19 Prozent auf den
tiefsten Stand seit Februar 2025 abgesackt. Analyst Charles Armitage
von der US-Bank Citigroup bezeichnete den massiven Kursrutsch vom
Mittwoch als Überreaktion. Der Marktwertverlust von Rheinmetall
liege deutlich über den von ihm kalkulierten Einbußen des
entgangenen Deals.
Volkswagen-Vorzugsaktien stiegen um 1,7 Prozent. Die
Wolfsburger haben sich mit dem Finanzinvestor Bain Capital auf den
Verkauf von 51 Prozent der Anteile an ihrer Großmotorentochter
Everllence verständigt und erhalten dafür 7,4 Milliarden Euro. Der
Konzern will mittelfristig mit 49 Prozent am Unternehmen beteiligt
bleiben. Dies sei ein schöner einmaliger Mittelzufluss für den
Autobauer, liege aber unter der von ihm erhofften Bewertung von 8
bis 9 Milliarden Euro, erklärte ein Händler in einer ersten
Reaktion.
Für die Aktien von Adidas ging es um 1,8 Prozent
aufwärts. Die WM-Trikots der deutschen Fußball-Nationalmannschaft
sind nach Angaben von Vorstandschef Björn Gulden ein
Verkaufsschlager. Man verkaufe dreimal so viele DFB-Trikots wie noch
bei der WM in Katar vor vier Jahren. Das sei ein Rekordwert. Der
Sportartikelhersteller sei "super zufrieden" mit seinen weltweiten
Verkaufszahlen.
Vonovia profitierten von einer Kaufempfehlung der
Deutschen Bank und verteuerten sich um 1,6 Prozent. Analyst Thomas
Rothäusler zeigte sich optimistisch für Wohnimmobilien-Unternehmen
und zählt Vonovia zu seinen Favoriten.
Die Anteilsscheine von Grand City Properties ,
Aroundtown sowie Eckert & Ziegler
notieren rein optisch klar im Minus, da sie am Donnerstag mit einem
Dividendenabschlag gehandelt werden./edh/stk