ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax folgt Asien-Korrektur nach unten
Der Dax ist am Dienstag wieder
unter die Marke von 25.000 Punkten gesackt. Der deutsche Leitindex
setzte seinen Schlingerkurs um die Tausendermarke fort, nachdem an
den Asien-Börsen eine Korrektur vor allem bei Technologiewerten
eingesetzt hatte. Nach etwas mehr als einer halben Handelsstunde
büßte der Dax 1,3 Prozent auf 24.822 Punkte ein. Der MDax
verlor außerdem 1,6 Prozent auf 32.055 Zähler.
Über die Börsen in Japan und Südkorea schwappte nach ihrem jüngsten
Rekordlauf eine Welle an Gewinnmitnahmen. Diese war so heftig, dass
der Handel in Seoul zeitweise ausgesetzt wurde. Dies nahm dann auch
dem Dax den Rückenwind aus den Segeln, nachdem er zum Wochenstart
mit 25.176 Punkten noch ein Hoch seit Anfang Juni erreicht und sich
seiner Bestmarke vom Januar bis auf 330 Punkte genähert hatte.
Von den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran gab es am
Dienstag kein Störfeuer. Die Gespräche über ein Rahmenabkommen zur
endgültigen Beendigung des Kriegs gehen momentan auf technischer
Ebene weiter, wie US-Vizepräsident JD Vance bestätigte. Nach seinen
Angaben will der Iran auch wieder Inspektoren der Internationalen
Atomenergiebehörde (IAEA) ins Land lassen.
"Wir sehen einen in höchstem Maße stimmungsgetriebenen Handel.
Gerade in der Nähe von Rekordnotierungen werden Anleger schnell
nervös, wenn sich die Rally dann nicht direkt mit Schwung nach oben
fortsetzt", schrieb am Morgen der Marktbeobachter Jochen Stanzl von
der Consorsbank. Im Tech-Sektor äußere sich dies bei dem
Rekord-Börsengang SpaceX , dessen Kurs am Vorabend in
New York um 16 Prozent einbrach und fast wieder das Niveau zum
Börsenstart erreichte.
Europäische Werte mit viel eingepreister KI-Fantasie folgten am
Morgen der Entwicklung in Asien. Im Energietechnik-Bereich galt dies
für Siemens Energy mit vier Prozent Minus. Aus dem
Chipsegment büßten Infineon von ihrem 26-Jahreshoch
auch etwa vier Prozent an Wert ein. Für die Titel der
Halbleiter-Branchenausrüster Suss Microtec , Aixtron
und PVA Tepla ging es zwischen vier
und zehn Prozent bergab.
Die Messlatte im Chipbereich hängt laut Stanzl hoch. Daher richte
sich der Blick bereits auf die am Mittwochabend erwarteten Resultate
von Micron . "Die Zahlen des Chipherstellers dürften
zu einem Stresstest für den gesamten Sektor werden", betonte der
Consorsbank-Experte. Angesichts einer Vervierfachung der
Micron-Aktien in diesem Jahr würden wohl "nur noch allerbeste
Quartalszahlen" akzeptiert.
Abseits der Tech-Werte rückte RWE in den Fokus. Wie
zuletzt schon spekuliert, will der Energiekonzern die Mehrheit am
Übertragungsnetzbetreiber Amprion übernehmen. Dafür erforderlich
wird eine milliardenschwere Kapitalerhöhung. 74,4 Millionen Aktien
wurden zum Stückpreis von 54 Euro platziert, was ein Abschlag von
fast drei Prozent zum Vortagsniveau bedeutet. Dem näherte sich der
Kurs mit einem Abschlag von 1,9 Prozent.
Wegen einer Finanzierungsmaßnahme fielen außerdem die
Vonovia-Aktien mit einem zwei Prozent großen Abschlag
auf. Der Wohnimmobilien-Konzern kündigte die Ausgabe von
Wandelanleihen an. Üblicherweise müssen Anleger dabei einen
Verwässerungseffekt befürchten, wenn die Anleihen später in Aktien
gewandelt werden.
Ein kleines Plus von 0,1 Prozent konnten in dem eingetrübten Umfeld
die Aktien von Brenntag verteidigen. Der
Chemikalienhändler hat nach einem starken zweiten Quartal die
Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Die Markterwartung für das
operative Ergebnis im zweiten Quartal sei deutlich übertroffen
worden, schrieb Marcus Dunford-Castro vom Analysehaus Jefferies.
Im MDax hoben sich die DWS-Titel mit zwei Prozent Plus
positiv ab. Der Analyst Arnaud Giblat von der Investmentbank Exane
BNP stufte die Aktien am Dienstag auf "Outperform" hoch. Die
Geschäftsdynamik des Vermögensverwalters habe stark angezogen und
der Quartalsbericht dürfte kräftig Auftrieb geben. Mit seinem neuen
Kursziel von 74 Euro liegt der Experte deutlich über dem bisherigen
Kursrekord von 65,80 Euro./tih/stk