Aktien Frankfurt: Dax stagniert unter 25.000 Punkten
Beim Dax müssen die Anleger am
Freitag weiter von unten auf die 25.000-Punkte-Marke schauen. Weil
sie sich am Vormittag nicht für eine klare Tendenz entscheiden
konnten, blieb der Leitindex auf Abstand zur Tausendermarke, deren
Überwindung im Laufe der Woche immer wieder gescheitert war. Zu
Wochenschluss dürfte nun viel daran liegen, was die am Nachmittag
anstehenden Inflationszahlen aus den USA mit sich bringen.
Nach einer Spitze bei fast 24.900 Punkten im frühen Handel stand der
Dax zuletzt mit 24.853 Zählern prozentual unverändert auf
Vortagsniveau. Damit steuert der Leitindex auf ein Wochenplus von
einem halben Prozent zu. Der MDax mit den
mittelgroßen deutschen Werten lag zuletzt ganz knapp im Minus mit
31.103 Zählern. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
gab nach seiner jüngsten Rekordjagd etwas deutlicher um 0,3 Prozent
nach.
Laut der Helaba würde aus technischer Sicht erst ein nachhaltiger
Dax-Anstieg über die 25.000 Punkte den Weg zur Bestmarke von knapp
25.508 Punkten frei machen. Am Vortag hatte das Hoch seit Mitte
Januar nicht lange gewährt, da die Gewinne nach dem US-Handelsstart
wieder abgegeben wurden. Einmal mehr hatten sich in New York
KI-Sorgen auf viele Branchen ausgewirkt. Auch in Europa bleiben
diese spürbar.
Die am Freitag erwarteten US-Verbraucherpreise sind von besonderer
Bedeutung für den Spielraum, den die Notenbank Fed für weitere
Zinssenkungen bekommt. Infolge unterschiedlicher Wirtschaftsdaten
hatten schwankende Zinssenkungserwartungen zuletzt zur Unruhe an den
Börsen beigetragen. Wie die Commerzbank schrieb, sind die Blicke
aber auch auf die Münchner Sicherheitskonferenz gerichtet, die am
Freitag beginnt.
Nachdem Siemens am Vortag nach Zahlen merklich zu den
Kursschwankungen im Dax beigetragen und zeitweise SAP
erneut als wertvollstes Indexunternehmen abgelöst hatte, wurde die
Nachrichtenlage auf Unternehmensseite nun etwas ruhiger. Der
Siemens-Kurs muss am Freitag um die Auszahlung der Dividende
bereinigt werden.
Positiv im Rampenlicht standen die 3,6 Prozent höheren MTU
-Aktien als größter Dax-Gewinner, wobei sie Rückenwind
von starken Resultaten und einem optimistischen Ausblick des
französischen Triebwerkbauers Safran bekamen. Im
Schlepptau davon kamen auch die Airbus -Papiere auf
einen Anstieg um 1,6 Prozent. Mit Rheinmetall setzten
Anleger auch wieder auf Rüstungswerte.
Ihren jüngsten Kursrutsch verstärkten die Titel von Delivery Hero
wegen enttäuschender Zahlen der Nahost-Tochter
Talabat. Der Kurs des Essenslieferdienstes sackte erstmals seit
Dezember wieder unter die 20-Euro-Marke. Das Hauptthema war der
Ausblick von Talabat, den Marcus Diebel von JPMorgan
gar als "Gewinnwarnung" wegen geplanter Investitionen bezeichnete.
RWE litten mit 2,3 Prozent darunter, dass die Aktien
nach starkem Kursverlauf vom Analysehaus Bernstein Research auf ein
neutrales Votum abgestuft wurden. Das Wachstumspotenzial des
Energiekonzerns sei inzwischen eingepreist, lautete das Argument der
Analystin Deepa Venkateswaran. Chancen und Risiken hält sie für
ausgeglichen.
Positiver sah das Bild nach einem Analystenkommentar bei PVA Tepla
aus, denn hier zogen die Aktien um 5,7 Prozent an.
Für das Technologieunternehmen aus dem SDax hat die
französische Investmentbank Exane BNP ihre bisher negative Haltung
aufgegeben. Mit Aixtron und Suss Microtec
legten auch andere Aktien zu, die im Bereich der
Halbleiterausrüstungen beheimatet sind./tih/jha/