Nachgebende Ölpreise und Anleiherenditen haben
dem Dax trotz eines weltweit erneut unter Druck
geratenen Technologiesektors am Dienstag Gewinne beschert.
Der nur mit wenigen Techaktien bestückte deutsche Leitindex gewann
zur Mittagszeit 0,6 Prozent auf 25.420 Punkte. Am Vortag war er noch
an der den kurzfristigen Trend signalisierenden 21-Tage-Linie bei um
die 25.320 Punkte zurückgeprallt. Nun bleibt abzuwarten, ob der
wieder gelungene Sprung darüber nachhaltig ist. Der MDax
stieg zugleich um 0,2 Prozent auf 30.160 Punkte.
Berichte über die Entwicklung leistungsfähiger KI-Chips durch das
chinesische Unternehmen CXMT hätten massive Gewinnmitnahmen bei
Halbleiteraktien in Südkorea und anderen asiatischen Märkten
ausgelöst, erklärte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC
Markets. "Die technologische Konkurrenz aus dem Reich der Mitte
nährt die Sorge, wie lange sich die hohen Bewertungen und
Gewinnmargen der etablierten Chipkonzerne noch rechtfertigen
lassen."
Außerdem habe Broadcom-Chef Hock Tan vor zu hohen
Erwartungen an KI und vor Finanzierungsproblemen beim Ausbau
gewarnt, hieß es seitens der Marktexperten der Dekabank zum
Ausverkauf in der Halbleiterbranche.
Im Dax büßte daraufhin die Aktie des Münchener Halbleiterherstellers
Infineon als schwächster Wert 1,4 Prozent ein. Im
MDax gaben Aktien wie die von Aixtron , Siltronic
, Elmos oder auch Suss Microtec
um die anderthalb Prozent nach und schlossen sich den
Verlusten in den USA am Vorabend und in Asien an diesem Morgen an.
Symrise profitierten unterdessen mit zeitweise fast 5
Prozent von Umsatzzahlen des Konkurrenten Givaudan
aus der Schweiz. Dessen Geschäft mit Aromen erholte sich im dritten
Quartal, während das Geschäft mit Duftstoffen und
Kosmetikwirkstoffen deutlich stärker wuchs. Zuletzt kamen die
Symrise-Aktien etwas zurück, blieben mit plus 3,1 Prozent aber immer
noch der Spitzenwert im Dax und zudem auf dem höchsten Stand seit
Sommer 2025.
Unter Druck stand im MDax neben den Techwerten zudem auch der
Anteilsschein von Schaeffler mit minus 2,7 Prozent.
Die überraschend vorgelegten Zahlen zum dritten Quartal
enttäuschten.
Vossloh litten im SDax unter einem
skeptischen Analystenkommentar der Bank Oddo BHF. Sie gaben am
Index-Ende um 4,5 Prozent nach und erreichten den tiefsten Stand
seit Anfang 2025. Analystin Delphine Brault rechnet mit einem "sehr
durchwachsen" dritten Quartal des Bahn- und
Schienentechnikherstellers und senkte ihr Kursziel kräftig.
Außerhalb der Dax-Familie, die aus Dax, MDax, SDax und TecDax
besteht, gewann unterdessen das Papier von Formycon
10 Prozent. Die Aussicht auf die Zulassung eines
Wirkstoffs gegen Krebserkrankungen in den USA gab der Aktie des
Entwicklers sogenannter Biosimilare Auftrieb./ck/stk