ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax im Minus am großen Verfallstag
Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag einen
etwas schwächeren Handelsauftakt verzeichnet. Wegen der angespannten
Lage im Nahen Osten und der Öl- und Gasversorgung bleiben die
Anleger vorsichtig, auch wenn der Ölpreis über Nacht nochmals etwas
nachgab.
Der Dax notierte 0,4 Prozent tiefer bei 25.621
Punkten. Auf Wochensicht deutet sich damit für den Leitindex eine
minimal positive Bilanz mit einem Plus von 0,1 Prozent an. Der MDax
der mittelgroßen Unternehmen zeigte sich kaum
verändert bei 31.446 Zählern. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx
50 ging es um 0,3 Prozent abwärts.
Aufgrund des sogenannten großen Verfallstags könnten die
Kursschwankungen im Handelsverlauf noch zunehmen. An diesem Freitag
laufen an den Termin- und Derivatebörsen Futures und Optionen auf
Aktienindizes und einzelne Aktien aus. Hinter diesen Schwankungen
stehen Marktteilnehmer, deren Frist zur Verwirklichung ihrer
Derivategeschäfte abläuft. Vor allem größere Fonds- oder
Vermögensverwalter versuchen vorher die Kurse auf jene Preise zu
treiben, zu denen sie an der Terminbörse engagiert sind. Einzelne
Kleinanleger können kaum kursbewegend eingreifen.
Ansonsten gibt die Agenda zu Wochenschluss kaum Impulse her. Im
Fokus bleibt wohl die weitere Nachlese der
US-Notenbank-Entscheidung, die ihre erste Zinserhöhung seit drei
Jahren vollzogen hat. Laut dem Marktbeobachter Stephen Innes stellt
sich nun die schwierige Frage, wie weit dieser Zyklus gehen wird.
Die japanische Notenbank hat ihren Leitzins erwartungsgemäß am
Freitag weiter angehoben.
Die Aktien von Infineon standen mit einem Kursplus
von 3,4 Prozent an der Dax-Spitze. Die Investmentbank Oddo BHF hatte
die Anteilsscheine des Halbleiterkonzerns von "Neutral" auf
"Outperform" hochgestuft. Mittlerweile ließen sich die Aussichten
auf eine hervorragende Geschäftsdynamik des Unternehmens im Jahr
2027 kaum noch ignorieren, betonte Analyst Stephane Houri.
Auch andere Werte aus dem Halbleitersektor setzten ihre Erholung
fort. So schraubte sich die Aktie von Siltronic als
bester MDax-Wert um 6,4 Prozent auf gut 74 Euro nach oben. Die UBS
erwartet für den Wafer-Hersteller höhere
Durchschnittspreise und hob das Kursziel von 105 auf 120 Euro an. Im
Windschatten von Siltronic kletterten die Titel von Aixtron
, Suss Microtec und Jenoptik
um bis zu 2,8 Prozent.
Der Aktienkurs der Deutschen Telekom verlor nach
einem negativen Analystenvotum für den französischen Wettbewerber
Orange 3,4 Prozent. Damit fiel die T-Aktie auf den
tiefsten Stand seit Anfang August und bildete das Schlusslicht im
Dax.
Die Anteilsscheine von Renk verteuerten sich um 2,4
Prozent, nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs die Papiere des
Getriebespezialisten im Rüstungsbereich von "Neutral" auf "Buy"
hochgestuft hatte. Der jüngste Kursrückschlag biete Anlegern eine
attraktive Einstiegsgelegenheit, schrieb Analyst Sam Burgess. Renk
zeichne sich durch eine gut absehbare Wachstums- und
Gewinnentwicklung aus.
Die Vincorion-Papiere stiegen um 3,1 Prozent. Die
Investmentbank Oddo BHF hatte sie von "Neutral" auf "Outperform"
hochgestuft. Analyst Aurelien Sivignion lobte die immer bessere
Vorhersehbarkeit des Geschäfts des Spezialisten für Energie- und
Mechatroniklösungen für Verteidigungsplattformen und
Luftfahrtsysteme./edh/stk