Aktien Frankfurt: Dax bleibt in Kontakt zum Rekordhoch
Der Dax bleibt in Reichweite
seiner Bestmarke. Das Warten auf Fortschritte bei der Lösung des
Iran-Krieges bremste zwar am Dienstag etwas den Willen der Anleger,
die am Freitag aufgestellte Bestmarke von 26.445 Punkten nochmals zu
testen. Anzeichen dafür, dass die Marktteilnehmer zu Gewinnmitnahmen
bereit sind, gab es aber nicht.
Auf Eurozonen-Ebene hatte der EuroStoxx einen
gewissen Vorsprung mit einem neu aufgestellten Rekord. Der Dax tat
sich schwerer, schaffte es am Nachmittag aber mit 0,3 Prozent ins
Plus auf 26.391 Punkte. Der MDax dagegen lag zuletzt
mit 32.236 Punkten knapp in der Verlustzone. In New York zeichneten
sich moderate Gewinne für die Leitindizes ab.
Laut der Helaba dämpften neue, gegenseitige Forderungen am Morgen
wieder die Hoffnungen auf eine Einigung im Iran-Krieg. Meldungen aus
Pakistan setzten im Verlauf aber die Ölpreise wieder unter Druck.
Der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Asif sagte, dass die
Signale der vergangene Tage darauf hindeuten, dass die USA und der
Iran "kurz vor einer Art Einigung stehen".
Laut den Experten der UBS waren zuletzt an den Märkten neben der
Geopolitik auch Risiken in Zusammenhang mit KI-Bewertungen und
Leitzinsen spürbar. Das Team um den Investmentchef Mark Haefele
sieht aber mehrere Gründe, um dennoch investiert zu bleiben. Sie
erwähnten vor allem steigende Unternehmensgewinnen, gehen aber auch
davon aus, dass die geo- und geldpolitischen Risiken entkräftigt
bleiben. Der Iran-Krieg bleibe zwar ein Unsicherheitsfaktor, doch
die Folgen davon wirkten beherrschbar.
In der Gesamttendenz zunehmend gefragt waren am Dienstag die Aktien
mit KI-Fantasie, wie Infineon und Siemens Energy
als größte Dax-Gewinner zeigten. Dem konnten einige
Unternehmen aus dem MDax und SDax folgen, die im Bereich der
Chipindustrie als Ausrüster aktiv sind. Titel von Suss Microtec
, Aixtron und PVA Tepla
legten am Nachmittag zwischen 2,9 und 4,5 Prozent zu.
Individuell stark im Fokus standen die Aktien von PNE
wegen eines Kursabsturzes um etwa 20 Prozent. Anleger quittierten
damit einen erfolglosen Versuch des Energieprojektentwicklers, für
sich selbst einen Käufer zu finden. Wie es hieß, lagen die
Preisvorstellungen etwaiger Kandidaten unterhalb des derzeitigen
Börsenkurses.
Die Saison der Unternehmensberichte hatte einige Nebenwerte zu
bieten, darunter Immobilienunternehmen. Ein operativ überzeugendes
erstes Halbjahr konnte dem Kurs von TAG Immobilien
nur wenig Schwung geben, doch Patrizia gehörten im
SDax mit fast drei Prozent Plus zur Favoritengruppe. Der Kurs des
Immobilien-Vermögensverwalters erreichte dank einer kräftigen
Gewinnsteigerung ein Vierwochenhoch.
Unter den Zahlenunternehmen war Cancom mit einem
Kursrutsch um 6,4 Prozent besonders auffällig: Der Kurs des
IT-Dienstleisters litt unter enttäuschenden Halbjahreszahlen. Laut
einem Händler wirkt der bestätigte Ausblick vor diesem Hintergrund
zunehmend ambitioniert. Auch die Titel des Konkurrenten Bechtle
wurden mitbelastet.
Der Salzgitter-Kurs kam mit 3,6 Prozent unter Druck.
Der Stahlkonzern hatte finale Zahlen mit enttäuschenden Details
vorgelegt. Wie Analyst Dominic O'Kane von JPMorgan schrieb,
verfehlte die Stahlfertigung wegen höherer Kosten die Erwartungen.
Unter den weiteren Unternehmen mit vorgelegten Zahlen gaben die
Titel der Norma Group um 1,4 Prozent nach. Das
Feedback war hier eigentlich gut, doch bei den Aktien kam es auf dem
höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren zu Gewinnmitnahmen.
Titel von OHB lagen mit 3,4 Prozent im Plus nach der
Nachricht, dass das Raumfahrtunternehmen in Kürze im SDax
den Platz des Stahlhändlers Klöckner & Co
einnimmt, der wegen der Übernahme durch
Worthington Steel ausscheidet./tih/jha/