Aktien Frankfurt: Dax knapp unter Rekord - Techwerte treiben positive Stimmung
Der Dax ist am Freitag dicht
unter sein Rekordhoch von Anfang Juli geklettert. Doch vor dem
Sprung darüber schreckten Anleger zurück. Die Stimmung allerdings
blieb positiv, vor allem angesichts einer beeindruckenden Erholung
von Technologieaktien in den USA und Asien. Unterstützung kommt
zudem von den zuletzt stabilen Ölpreisen, auch wenn die Lage im
Nahen Osten weiter angespannt ist.
Um die Mittagszeit legte das deutsche Börsenbarometer um 0,7 Prozent
auf 25.795 Punkte zu, nachdem zeitweise weniger als zehn Punkte bis
zur Bestmarke von 25.900 Zählern gefehlt hatten. Auf Wochen- und auf
Monatssicht zeichnet sich ein deutliches Plus zwischen zwei bis drei
Prozent ab.
Der Leitindex profitiert laut Marktanalyst Jochen Stanzl von der
Consorsbank von der allgemeinen Zunahme der Risikobereitschaft. Nun
drehe sich "alles um die Auflösung einer ungefähr ein Jahr alten
Seitwärtsphase", für die er positive Signale sieht. Schnelle
Kursrückgänge seien zuletzt ausgeblieben. "Wenn der Kaufdruck, der
sich gerade aufbaut, anhält und zunimmt, steht einem Anstieg in
Richtung 26.000 Punkte im Dax technisch nichts mehr im Wege",
resümierte er.
Der MDax gewann am Freitagmittag 0,1 Prozent auf
32.242 Punkte und auch allgemein an Europas Börsen ging es aufwärts.
Wie in den USA und Asien legten auch hierzulande vor allem
Technologieaktien wieder spürbar zu, wobei vor allem auf starke
Vorgaben von US-Techgiganten verwiesen wurde. Dort hatten jüngst
erst Microsoft und am Vorabend nach Börsenschluss
dann auch Amazon mit ihren Quartalsberichten
überzeugt.
Im Dax sprangen Infineon an die Spitze mit plus 5,7
Prozent. Im MDax gewannen Aixtron 7,5 Prozent, Suss
Microtec 5,2 Prozent und Siltronic 5,2
Prozent. Der Waferhersteller Siltronic profitierte nach starken
Quartalszahlen am Vortag dabei von gleich drei Hochstufungen. So
sprachen die Deutsche Bank Research und Kepler Cheuvreux
Kaufempfehlungen aus und strichen ihre neutralen Einstufungen. Die
Bank of America gab unterdessen ihre negative Einschätzung auf und
beurteilt die Aktie nun mit "Neutral".
Siemens Healthineers pendelten nach durchwachsenen
Quartalszahlen und geänderten Jahreszielen zwischen kräftigen
Gewinnen und Verlusten und zeigten sich zuletzt unverändert. Der
Medizintechnik-Hersteller senkte angesichts der im dritten Quartal
schwachen Diagnostik-Sparte zwar das Jahresumsatzziel 2025/26, hob
aber zugleich die bereinigte Gewinnprognose je Aktie an. Hier kamen
dem Konzern positive Sondereffekte aus US-Steuerrückerstattungen
zugute.
Negativ ragten im MDax Schaeffler heraus mit minus 13
Prozent. Wegen der schlechten Lage in der Autoindustrie strich der
Auto- und Industriezulieferer seine mittelfristigen Geschäftsziele
zusammen.
Hensoldt gaben trotz starker Auftragslage 5,2 Prozent
ab. Der Rüstungselektronikkonzern profitierte von der Aufrüstung der
Nato-Staaten. In den ersten sechs Monaten verdoppelte sich der
Auftragseingang. Hensoldt ist aber laut JPMorgan-Analyst David Perry
das "am höchsten bewertete Rüstungsunternehmen in unserem
Analyseuniversum". Zwar halte er das Produktportfolio nach wie vor
für hervorragend, doch sehe er woanders mehr
Aufwärtspotenzial./ck/jha/