Aktien Frankfurt: Dax stabilisiert sich nach zweitägiger Talfahrt
Nach den kräftigen Verlusten der vergangenen
beiden Handelstage hat sich der Dax am Donnerstag
stabilisiert. Frühe Erholungsgewinne bröckelten jedoch rasch ab. Zur
Mittagszeit stand für den deutschen Leitindex noch ein kleines Plus
von 0,1 Prozent auf 24.930 Punkte zu Buche. Am Montag noch hatte er
mit 25.900 Punkten einen weiteren Rekord erreicht, bis zur
Wochenmitte aber bereits wieder mehr als 1.000 Punkte eingebüßt.
Der MDax , der Index der mittelgroßen Werte, erholte
sich am Donnerstag mit plus 0,4 Prozent auf 31.652 Zähler.
Neben Verlusten aufgrund einer eingetrübten Stimmung für KI-Werte,
die sich besonders in Asien bemerkbar gemacht hatte, belastete am
Vortag zusätzlich die erneute Eskalation im Nahen Osten. Sie schürte
einmal mehr Sorgen vor steigenden Ölpreisen und damit vor
Inflationsdruck und einer Belastung der Konjunktur.
"Monatelang entwickelte sich der Iran-Konflikt in eine Richtung, die
auf ein diplomatisches Endspiel hindeutete. Die Ereignisse der
letzten Tage gehen allerdings in die falsche Richtung", kommentierte
Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank die jüngsten
Entwicklungen. "Das geopolitische Risiko hat spürbar zugenommen."
In Asien stabilisierten sich an diesem Morgen die Aktienmärkte. Dem
südkoreanische Kospi , der besonders unter dem
vorläufigen Ende der KI-Rally gelitten hatte und nun zurück ist auf
Mai-Niveau, gelang am Ende des Handelstages der Dreh ins Plus.
Hierzulande half dies auch Infineon mit plus 1,2
Prozent im Dax. Im MDax erholten sich Aixtron ,
Jenoptik , Elmos oder auch Suss
Microtec etwas mit Gewinnen zwischen knapp 4 und 5,5
Prozent.
Auch Siltronic waren mit von der Partie. Doch ihr
Kursplus von fast 13 Prozent war auch einem positiven
Analystenurteil zu verdanken. So hatte die französische
Investmentbank Exane BNP das Kursziel kräftig auf 108 Euro angehoben
und die Aktie auf "Outperform" hochgestuft. Martin Jungfleisch sieht
die KI-Nachfrage als Katalysator für den Absatz von Wafern mit
Durchmessern bis 300 Millimeter und hält daher massive
Preissteigerungen für möglich.
Nordex machten mit plus 4,4 Prozent einen kleinen
Teil der Verluste der vergangenen Handelstage wett. Der
Windkraftanlagenbauer meldete für das zweite Quartal deutlich mehr
Bestellungen als im Vorjahr und auch als im ersten Quartal.
Analysten sehen das Unternehmen damit auf gutem Weg zu seinen
Jahreszielen.
Deutz profitierten mit plus 2,9 Prozent von einem
angekündigten Zukauf. Der Motorenhersteller beschleunigt seinen
Wandel in Richtung Rüstung und will die Flensburger Fahrzeugbau
Gesellschaft (FFG) für rund 1,6 Milliarden Euro kaufen. FFG zählt zu
den europäischen Anbietern für militärische Land- und
Spezialfahrzeuge und ist Partnerin von Bundeswehr und Streitkräften
der Nytao sowie der Ukraine.
Der Pharmazulieferer Schott aus dem SDax
hob nach einem starken Quartal seine Jahresprognosen
an. Die kanadische Bank RBC reagierte prompt mit einer Hochstufung
auf "Outperform". Die Aktie gewann zuletzt noch gut 14 Prozent auf
20,15 Euro./ck/mis