AKTIEN IM FOKUS 2: Chipwerte korrigieren - Samsung fällt trotz Rekordgewinn
(neu: Aktuelle Kurse, Analystenstimme Siemens Energy, Auftrag für Hochtief)
FRANKFURT/PARIS/SEOUL (dpa-AFX) - Europas Halbleiterwerte haben am Dienstag wieder einen schwierigen Tag erlebt. Eine deutliche Schwäche der KI-Werte in Asien machte ihnen das Leben schwer. Der südkoreanische Leitindex Kospi, zuletzt zum Sinnbild der KI-Rally geworden, war zwischenzeitlich mit minus acht Prozent wieder in eine Handelsunterbrechung gegangen. Am Ende verlor er knapp fünf Prozent.
In Seoul belasteten die Verluste des Schwergewichts Samsung
Die Samsung-Resultate seien auf den ersten Blick zwar hervorragend gewesen, stellte Marktbeobachter Stephen Innes fest. Die Aktien seien aber "priced for perfection" - also mit derart hohen Ansprüchen der Investoren belegt, dass die Erwartungen kaum noch übertroffen werden konnten. Der "erste KI-Stresstest" habe nun nicht geklappt, denn die erhoffte "positive Überraschung on top" sei ausgeblieben.
Insgesamt verändere sich gerade die Erwartungshaltung, erklärte Innes. Nicht mehr die aktuelle starke KI-Nachfrage sei entscheidend, sondern ob das Tempo dynamisch genug bleibe, um die bereits hohen Bewertungen zu rechtfertigen.
Auch die Experten der US-Bank Morgan Stanley konstatierten eine Veränderung in der KI-Landschaft, führte Innes weiter aus. Nicht mehr die Chip-Werte als Ausrüster der KI-Welle seien gefragt, sondern eher die sogenannten Hyperscaler - also die Betreiber riesiger Cloud-Rechenzentren.
Hierzulande sackten die Aktien des Chipherstellers Infineon
Seit Jahresbeginn gerechnet aber summiert sich das Plus bei Infineon immer noch auf fast 92 Prozent. Dies ist die mit Abstand beste Performance aller Dax-Werte.
Die im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
Stark unter Druck gerieten auch die Aktien von Anlagenbauern wie
Aixtron
Im Fokus standen ferner weiterhin Werte, die beispielsweise vom
Energiebedarf der Rechenzentren oder ihrem Bau profitieren. Zu
nennen sind hier unter anderen Siemens Energy
Die Aktien von Siemens Energy sackten als Schlusslicht im Dax um 6,7 Prozent ab. Die Papiere preisten bereits ein, dass der beste Geschäftszyklus einer ganzen Generation für immer anhalte, schrieb Vlad Sergievskii von der britischen Investmentbank Barclays. Der Experte kalkuliert zwar mit einer Ergebnissteigerung von im Schnitt 25 Prozent bis 2030. Auftragseingang und freier Barmittelzufluss allerdings dürften bereits 2026 ihren Zenit erreichen.
Bei den Papieren von Hochtief hielten sich die Verluste in Höhe von 2,6 Prozent in Grenzen. Hier gab es eine positive Unternehmensnachricht: Der Baukonzern erhielt von dem Betreiber NTT Global Data Centers einen Auftrag zum Bau eines Rechenzentrums in Berlin./la/ag/mis
ISIN DE0006070006 DE0006231004 NL0010273215 EU0009658921 DE000ENER6Y0
AXC0144 2026-07-07/12:31
Relevante Links: Hochtief AG, Infineon Technologies AG, Siemens Energy AG, ASML Holding N.V., Samsung Electronics Co. Ltd., Aixtron SE, Süss MicroTec SE