Aktien Frankfurt: Dax sinkt unter 25.000 Punkte auf Tagestief - Verfalltag
Der deutsche Aktienmarkt ist am
Freitagnachmittag abgebröckelt und leicht ins Minus gerutscht. Dies
dürfte im Zusammenhang mit dem sogenannten großen Verfalltag stehen.
An diesem Freitag laufen an den Termin- und Derivatebörsen Futures
und Optionen auf Aktienindizes aus.
Der Dax sank unter die runde Marke von 25.000 Punkten
auf sein Tagestief und notierte zuletzt 0,2 Prozent im Minus bei
24.984 Punkten. Tags zuvor hatte der Leitindex erstmals seit Anfang
Juni wieder über der Tausendermarke geschlossen. Damit deutet sich
für den Dax ein Wochengewinn von rund anderthalb Prozent an. Der
MDax der mittelgroßen deutschen Werte verlor am
Freitag 0,2 Prozent auf 32.587 Zähler.
Kein großes Hindernis war die Absage der Friedensgespräche in der
Schweiz zwischen den USA und dem Iran. Medienberichten zufolge hat
der Iran die Gespräche verschoben, weil Israel erneut den Libanon
angegriffen habe. Die israelische Armee attackierte nach eigenen
Angaben Stellungen der schiitischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon
aus der Luft. Zuvor habe die Hisbollah Raketen auf israelische
Soldaten abgefeuert, schrieb die Armee auf X.
Im Autosektor zeigten sich die Papiere von BMW und
Mercedes-Benz mit bis zu 1,5 Prozent Plus erholt
davon, dass zwei Tage lang eine Gewinnwarnung von BMW den Sektor
belastet hatte. Ein Bericht im "Handelsblatt", wonach die EU Zölle
auf chinesische Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge vorbereitet, wirkt laut dem
UBS-Experten Patrick Hummel positiv. Die Titel von Volkswagen
müssen gesondert betrachtet werden, weil sie am
Freitag mit einem Dividendenabschlag gehandelt werden.
Infineon näherten sich mit einem Anstieg von 1,1
Prozent wieder dem Anfang Juni erreichten Hoch seit dem Jahr 2000.
Die Titel folgten damit der Stärke der New Yorker Nasdaq-Börse. Auch
Aktien aus dem Chip-Ausrüsterbereich wie Aixtron
legten weiter zu, obwohl eine Warnung der US-Regierung an den
Anlagenbauer ASML ausgesprochen wurde, wonach eines
seiner Lithografie-Systeme entgegen den US-Sanktionen in China im
Einsatz sein könnte.
Positiv fielen im Chip-Ausrüsterbereich Suss Microtec
auf, die auf ein erneutes Rekordhoch sprangen und zuletzt 8,8
Prozent gewannen. Die Privatbank Berenberg suggeriert noch Potenzial
mit einem Kursziel, das auf 125 Euro erhöht wurde. Der Markt habe
die weiter anziehende Dynamik des Anlagenbauers in der Chipbranche
noch nicht gänzlich honoriert, schrieb die Expertin Amelie
Dueckelmann-Dublany.
Die Aktien von Lanxess erholten sich um 8,3 Prozent
auf das höchste Niveau seit rund vier Wochen. Auch andere
Chemiewerte wie Evonik , Wacker Chemie
oder auch BASF stiegen wieder. Seit
Mitte März hatte die Branche von einer Sonderkonjunktur durch den
Iran-Krieg profitiert. Zuletzt geriet die Erholung aber durch die
Entspannung ins Wanken./edh/men