Aktien Frankfurt: Moderate Gewinne am großen Verfalltag
Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag
von seiner freundlichen Seite gezeigt. Allerdings könnten wegen des
sogenannten großen Verfalltags die Kurs-Schwankungen im
Handelsverlauf noch zunehmen. An diesem Freitag laufen an den
Termin- und Derivatebörsen Futures und Optionen auf Aktienindizes
aus.
Der Dax festigte gegen Mittag die 25.000-Punkte-Marke
und notierte zuletzt 0,4 Prozent höher bei 25.129 Punkten. Tags
zuvor hatte der Leitindex erstmals seit Anfang Juni wieder über der
Tausendermarke geschlossen. Damit deutet sich für den Dax ein
Wochengewinn von rund zwei Prozent an. Der MDax der
mittelgroßen deutschen Werte stagnierte am Freitag bei 32.665
Zählern.
Kein großes Hindernis war die Absage der Friedensgespräche in der
Schweiz zwischen den USA und dem Iran. Medienberichten zufolge hat
der Iran die Gespräche verschoben, weil Israel erneut den Libanon
angegriffen habe. Die israelische Armee attackierte nach eigenen
Angaben Stellungen der schiitischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon
aus der Luft. Zuvor habe die Hisbollah Raketen auf israelische
Soldaten abgefeuert, schrieb die Armee auf X.
Im Autosektor zeigten sich die Papiere von BMW und
Mercedes-Benz mit bis zu 2,1 Prozent Plus erholt
davon, dass zwei Tage lang eine Gewinnwarnung von BMW den Sektor
belastet hatte. Ein Bericht im "Handelsblatt", wonach die EU Zölle
auf chinesische Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge vorbereitet, wirkt laut dem
UBS-Experten Patrick Hummel positiv. Die Titel von Volkswagen
müssen wegen gesondert betrachtet werden, weil sie am
Freitag mit einem Dividendenabschlag gehandelt werden.
Infineon nähert sich mit einem Anstieg von 1,1
Prozent wieder dem Anfang Juni erreichten Hoch seit dem Jahr 2000.
Die Titel folgten damit der Stärke der New Yorker Nasdaq-Börse. Auch
Aktien aus dem Chip-Ausrüsterbereich wie Aixtron
legten weiter zu, obwohl eine Warnung der US-Regierung an den
Anlagenbauer ASML ausgesprochen wurde, wonach eines
seiner Lithografie-Systeme entgegen den US-Sanktionen in China im
Einsatz sein könnte.
Positiv fielen im Chip-Ausrüsterbereich Suss Microtec
auf, die um 10 Prozent auf ein erneutes Rekordhoch sprangen. Die
Privatbank Berenberg suggeriert noch Potenzial mit einem Kursziel,
das auf 125 Euro erhöht wurde. Der Markt habe die weiter anziehende
Dynamik des Anlagenbauers in der Chipbranche noch nicht gänzlich
honoriert, schrieb die Expertin Amelie Dueckelmann-Dublany.
Die Aktien von Lanxess erholten sich um 8 Prozent auf
das höchste Niveau seit rund vier Wochen. Auch andere Chemiewerte
wie Evonik , Wacker Chemie
oder auch BASF stiegen wieder. Seit
Mitte März hatte die Branche von einer Sonderkonjunktur durch den
Iran-Krieg profitiert. Zuletzt geriet die Erholung aber durch die
Entspannung ins Wanken./edh/tih/jha/