Der Dax hat sich am Dienstag
von seinem Verlust zum Wochenauftakt erholt. Gegen Mittag notierte
der Leitindex 0,7 Prozent höher bei 24.788 Punkten und damit wieder
knapp über der 21-Tage-Linie, die als Indikator für den
kurzfristigen Trend gilt. Der MDax legte um 0,2
Prozent auf 32.177 Zähler zu. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx
50 ging es um 1,0 Prozent nach oben.
Im Nahost-Konflikt haben Iran und Israel ihre jüngsten
wechselseitigen Angriffe vorerst eingestellt. Beide Seiten drohten
jedoch im Fall von Verstößen gegen ihre jeweiligen Bedingungen mit
noch härteren Kämpfen. US-Präsident Donald Trump hatte tags zuvor
versichert, dass weiter an einer baldigen Lösung des Konflikts
gearbeitet werde.
"Zwischen Krisenrauschen, geldpolitischen Fragezeichen und der
KI-Euphorie als strukturellem Wachstumstreiber fehlt Anlegern
derzeit ein verlässliches Navigationssignal. Ohne klare Leitplanken
bleibt das Marktumfeld schwer navigierbar", kommentierte
Marktexperte Timo Emden.
Das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland startete - gestützt von
einer besseren Entwicklung im Baugewerbe - mit einem
Produktionsanstieg ins zweite Quartal. Im April legte die Fertigung
in den Unternehmen im Monatsvergleich um 0,4 Prozent zu. Analysten
hatten diesen Anstieg erwartet.
Halbleiterwerte setzten nach dem jüngsten Rücksetzer zu einer
Erholung an. Börsianer vermuten, dass die KI-Fantasie von dem
jüngsten Kursrutsch unbeeindruckt bleibt. Bereits am Vorabend hatten
US-Branchenwerte schwungvoll zugelegt. An der technologielastigen
Börse in Südkorea sprangen die Titel des Branchenriesen SK Hynix am
Dienstag um 16 Prozent an. Für die Papiere von Infineon
, Aixtron , Suss und PVA
Tepla ging es um bis zu 4,2 Prozent aufwärts.
Analysten-Lob trieb die Aktien von Symrise kräftig
an. Mit plus 5,1 Prozent waren sie der Top-Wert im Dax und sprangen
über die 21-Tageslinie zurück. JPMorgan-Analyst Edward Hockin blickt
optimistisch auf die Ende Juli anstehenden Zahlen zum zweiten
Quartal. Er rechnet mit einer Belebung des organischen
Umsatzwachstums auf drei Prozent. Der Hersteller von Aromen und
Duftstoffen profitiere von einer günstigeren Vergleichsbasis und
einer soliden Entwicklung in den Geschäften rund um Parfüm sowie
Lebensmittel und Getränke.
Angekündigte Anleihe-Emissionen belasteten die Aktien von Evonik
und K+S . Letztere fielen um 2,9
Prozent nach der Mitteilung, dass der Düngemittelkonzern die Ausgabe
einer Wandelanleihe im Nennwert von etwa 300 Millionen Euro plant.
Sie unterschritten damit erstmals seit Mitte Januar wieder die
200-Tage-Linie für den längerfristigen Trend. Die Evonik-Papiere
büßten 3,4 Prozent ein. Der Großaktionär des Spezialchemiekonzerns,
die RAG-Stiftung, will eine neue Umtauschanleihe mit einem
Gesamtnennbetrag von rund 375 Millionen Euro begeben, die dann von
Investoren in bestehende Stammaktien von Evonik umtauschbar sein
soll.
Nach einer mehrmonatigen Rally setzten die Aktien von SMA Solar
ihre jüngste Korrektur mit einem Kursabschlag von 4,2
Prozent fort. Damit steuern die Titel des Wechselrichter-Herstellers
auf den achten Verlusttag in Folge zu, nachdem sie sich von März bis
Mitte Mai im Wert mehr als verdoppelt hatten.
Die Anteilsscheine von Secunet bewegen sich klar im
Minus, da sie am Dienstag mit einem Dividendenabschlag gehandelt
werden./edh/stk