Aktien Frankfurt: Dax legt zu - Künstliche Intelligenz und Iran-Hoffnung treiben
Der Dax hat nach seinem
Rücksetzer vom Vortag am Mittwoch wieder den Weg nach oben gefunden.
Nach wie vor setzen die Anleger laut Anna Macdonald von der
Investmentgesellschaft Hargreaves Lansdown auf den Dauerbrenner
Künstliche Intelligenz (KI). Zudem halten die Hoffnungen auf eine
Verhandlungslösung im Iran-Krieg an - auch wenn sich jüngst erneut
gezeigt hat, dass "die Friedensglocke verfrüht geläutet wurde", wie
Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners
schrieb.
Am frühen Nachmittag behauptete der deutsche Leitindex ein Plus von
0,39 Prozent auf 25.283 Punkte. Damit bleibt das Rekordhoch von
25.507 Punkten aus dem Januar in Sichtweite. Der Index entkoppele
sich immer weiter von der heimischen Konjunktur, merkte Analystin
Birgit Henseler von der DZ Bank an.
Für den MDax , der die mittelgroßen Börsenunternehmen
enthält, ging es um 1,08 Prozent auf 33.051 Punkte nach oben. Er
schaffte es wieder auf das höchste Niveau seit mehr als vier Jahren.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,7
Prozent.
In New York hatten S&P 500 und Nasdaq 100
am Vortag Bestmarken aufgestellt, wogegen der Dow
Jones Industrial nach seinem vor dem verlängerten
Wochenende markierten Rekord etwas schwächelte. Aktuell zeichnen
sich für die Indizes mehrheitlich Gewinne ab - und damit auch
mögliche weitere Rekorde. Die asiatischen Handelsplätze zeigten
erneut ein durchwachsenes Bild, wobei der technologielastige
südkoreanische Kospi dank der Halbleiter-Hausse seine Rekordjagd
fortsetzte. Die Ölpreise gaben nach ihrem jüngsten Anstieg wieder
deutlich nach.
Auch bei deutschen Technologietiteln herrschte gute Stimmung. Im Dax
schaffte der Halbleiterkonzern Infineon im Kielwasser
eines Kurssprungs von US-Branchenkollege Micron ein
Plus von 2,2 Prozent. Beim Chipindustrieausrüster Aixtron
aus dem MDax stand ein Anstieg um 6,9 Prozent auf
56,38 Euro zu Buche. Für Aufmerksamkeit und weitere Kursfantasie
sorgte die Bank of America mit einem deutlich angehobenen Kursziel
von nun 72 Euro. Seit Jahresbeginn haben sich die Aktienkurse der
beiden Unternehmen schon mehr als verdoppelt beziehungsweise
verdreifacht.
Dagegen ließ eine Platzierung von Anteilen Siltronic
um 4,2 Prozent auf knapp 93 Euro sinken. Der Spezialchemiekonzern
Wacker Chemie nutzte den guten Lauf der Aktien seiner
Beteiligung, um 2,1 Millionen Anteile an dem Waferhersteller zum
Stückpreis von 89,35 Euro zu verkaufen. Dies entspricht sieben
Prozent des Grundkapitals von Siltronic. Seit Jahresbeginn hatte
sich ihr Wert zuvor nahezu verdoppelt. Bei Wacker Chemie setzten
sich mit minus 1,8 Prozent die jüngsten Gewinnmitnahmen fort. Für
2026 steht trotzdem noch ein Plus von fast 40 Prozent zu Buche.
Die Aktien von Schaeffler sprangen nach Ankündigung
des Einstiegs in die Raumfahrttechnologie um bis zu 16 Prozent hoch
- zuletzt behaupteten sie einen Gewinn von gut 13 Prozent. Der Auto-
und Industriezulieferer will für das börsennotierte US-Unternehmen
Spire Global hochkomplexe Schwungräder, sogenannte
Reaction Wheels, für Satelliten bauen.
Die Verve Group konnte trotz erheblicher Belastungen
durch Währungseffekte im ersten Quartal den Umsatz aus eigener Kraft
steigern. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (Ebitda) des Spezialisten für digitale Werbung und
Spieleentwicklung ging indes wegen höherer Kosten zurück. Die Aktien
büßten 4,2 Prozent ein.
Die Anteilsscheine von Aroundtown präsentierten sich
volatil - zuletzt verloren sie 1,7 Prozent. Andreas Pläsier vom
Analysehaus Warburg Research sah den Quartalsbericht des
Gewerbeimmobilienspezialisten leicht unter seinen
Erwartungen./gl/jha/