Aktien Frankfurt: Dax legt zu - Künstliche Intelligenz und Iran-Hoffnung treiben
Der Dax hat nach seinem
Rücksetzer vom Vortag am Mittwoch wieder den Weg nach oben gefunden.
Nach wie vor setzen die Anleger laut Anna Macdonald von der
Investmentgesellschaft Hargreaves Lansdown auf den Dauerbrenner
Künstliche Intelligenz (KI). Zudem halten die Hoffnungen auf eine
Verhandlungslösung im Iran-Krieg an - auch wenn sich jüngst erneut
gezeigt hat, dass "die Friedensglocke verfrüht geläutet wurde", wie
Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners
schrieb.
Gegen Mittag stieg der deutsche Leitindex um 0,72 Prozent auf 25.366
Punkte. Damit bleibt das Rekordhoch von 25.507 Punkten aus dem
Januar in Sichtweite. Für den MDax , der die
mittelgroßen Börsenunternehmen enthält, ging es um 0,86 Prozent auf
32.981 Punkte nach oben. Er schaffte es wieder auf das höchste
Niveau seit mehr als vier Jahren. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx
50 gewann 0,8 Prozent.
In New York hatten S&P 500 und Nasdaq 100
am Vortag Bestmarken aufgestellt, wogegen der Dow
Jones Industrial nach seinem vor dem verlängerten
Wochenende markierten Rekord etwas schwächelte. Aktuell zeichnen
sich für die Indizes durch die Bank Gewinne ab - und damit auch
mögliche weitere Rekorde. Die asiatischen Handelsplätze zeigten
erneut ein durchwachsenes Bild, wobei der technologielastige
südkoreanische Kospi dank der Halbleiter-Hausse seine Rekordjagd
fortsetzte. Die Ölpreise gaben nach ihrem jüngsten Anstieg wieder
deutlich nach.
Auch bei deutschen Technologietiteln herrschte gute Stimmung. Im Dax
schaffte der Halbleiterkonzern Infineon im Kielwasser
eines 19-prozentigen Kurssprungs von US-Branchenkollege Micron
ein überdurchschnittliches Kursplus von 1,6 Prozent.
Damit blieben die Infineon-Titel auf dem höchsten Bewertungsniveau
seit dem Jahr 2000.
Beim Chipindustrieausrüster Aixtron aus dem MDax
konnten sich die Anleger über einen Kursanstieg von 2,5 Prozent auf
54,10 Euro freuen. Für Aufmerksamkeit und weitere Kursfantasie
sorgte Analyst Oliver Wong von der Bank of America mit seinem
deutlich angehobenen Kursziel von nun 72 Euro. Seit Jahresbeginn
haben sich die Aktienkurse der beiden Unternehmen schon mehr als
verdoppelt beziehungsweise verdreifacht.
Dagegen ließ die Platzierung von Anteilen durch Wacker Chemie
Siltronic um 2,9 Prozent auf 94,20
Euro sinken. Damit waren Siltronic einer der größten Verlierer im
Nebenwerte-Index SDax . Der Spezialchemiekonzern hatte
den guten Lauf der Aktien seiner Beteiligung genutzt, um 2,1
Millionen Anteile am Waferhersteller Siltronic zum Stückpreis von
89,35 Euro zu verkaufen. Dies entspricht sieben Prozent des
Grundkapitals von Siltronic. Seit Jahresbeginn hatte sich ihr Wert
zuvor nahezu verdoppelt - am Dienstag waren sie nahe an ihr jüngst
erreichtes Hoch seit dem Frühjahr 2022 herangelaufen.
Bei den Anteilsscheinen von Wacker Chemie setzten sich mit minus 2
Prozent die jüngsten Gewinnmitnahmen fort. Am Dienstag hatte eine
Abstufung der Schweizer Großbank UBS auf den Aktienkurs gedrückt.
Zur Begründung hatte Experte Christian Bell auf die jüngst deutliche
Erholung verwiesen. Für 2026 steht ein Plus von 39 Prozent zu Buche.
Die Verve Group konnte trotz erheblicher Belastungen
durch Währungseffekte im ersten Quartal den Umsatz aus eigener Kraft
steigern. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (Ebitda) des Spezialisten für digitale Werbung und
Spieleentwicklung ging indes wegen höherer Kosten zurück. Mit einem
Minus von 3,5 Prozent lagen die Titel im SDax weit hinten.
Dagegen drehten im MDax Aroundtown nach deutlichen
Verlusten ins Plus und gewannen zuletzt 2 Prozent. Der
Gewerbeimmobilienspezialist verzeichnete im ersten Quartal wegen
höherer Finanzierungskosten und Betriebsausgaben für seine
Immobilien einen Gewinnrückgang. Dennoch bestätigte das Unternehmen
die Jahresprognose. Das Gewinnziel hatte Aroundtown im April nach
dem Ausbau seines Anteils an der Tochter Grand City Properties
aufgestockt./gl/jha/