ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax legt nach US-Inflationsdaten etwas zu
Günstige Inflationsdaten aus den USA haben dem
Dax am Freitag zu moderaten Gewinnen verholfen.
Allerdings blieb der deutsche Leitindex auf Abstand zur runden Marke
von 25.000 Punkten, an deren Überwindung er im Laufe der Woche immer
wieder gescheitert war.
Der Dax schloss 0,25 Prozent höher bei 24.914,88 Zählern. Dies
ergibt ein Wochenplus von 0,78 Prozent. Der MDax mit
den mittelgroßen deutschen Werten gewann am Freitag 0,60 Prozent auf
31.299,04 Punkte.
In den USA hat sich die Inflation zu Beginn des Jahres überraschend
deutlich abgeschwächt. Ökonom Ralf Umlauf von der Landesbank
Hessen-Thüringen (Helaba) sprach daher von "Entspannung an der
Inflationsfront". Er geht zwar davon aus, dass die Notenbanker nicht
unmittelbar unter Handlungsdruck stehen. Auf Sicht der kommenden
Monate hält er die Erwartung einer Zinssenkung aber für unterstützt.
Nach Auffassung der Helaba würde aus technischer Sicht erst ein
nachhaltiges Überwinden der 25.000er-Schwelle im Dax den Weg zur
Höchstmarke von knapp 25.508 Punkten freimachen. Neben den
geldpolitischen Aussichten sorgt derzeit aber auch die Angst vor
Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz in einigen Branchen für
Nervosität. Analyst Christian Henke vom Handelshaus IG sieht in
einer anziehenden Volatilität "ein klassisches Warnsignal für die
Börsen".
Nachdem Siemens am Vortag zeitweise wieder mit SAP
um den Platz als wertvollstes Unternehmen im Dax
gerungen hatte, musste der Siemens-Kurs am Freitag um die Auszahlung
der Dividende bereinigt werden. Mit einer Erholung um 1,2 Prozent
festigten die SAP-Anteile ihren Vorsprung wieder etwas. Noch stärker
erholt zeigten sich die zuletzt von KI-Sorgen belasteten Titel der
Deutschen Börse , die mit 4,6 Prozent Plus die
Dax-Spitze einnahmen.
Positiv im Rampenlicht standen auch die um knapp 4,6 Prozent
gestiegenen Aktien des Triebwerksbauers MTU und jene
von Airbus mit einem Plus von 1,1 Prozent. Sie
erhielten Rückenwind von starken Resultaten und einem optimistischen
Ausblick des französischen Triebwerkbauers Safran .
Mit Rheinmetall und Hensoldt setzten
Anleger angesichts der Münchner Sicherheitskonferenz auch wieder auf
Rüstungswerte.
Ihren jüngsten Kursrutsch setzten die Titel von Delivery Hero
fort, die wegen eines enttäuschenden Ausblicks der
Nahost-Tochter Talabat erstmals seit Dezember wieder zeitweise unter
20 Euro gehandelt wurden. Maue Geschäftsziele ließen ansonsten die
Titel des Immobilienfinanzierers Deutsche Pfandbriefbank
als Schlusslicht im Nebenwerteindex SDax
um 10,3 Prozent absacken.
Positiver war das Bild im Bereich Halbleiterausrüstung. Die Aktien
von PVA Tepla zogen an der SDax-Spitze um 7,4 Prozent
an, nachdem die französische Investmentbank Exane BNP ihre bisher
negative Haltung aufgegeben hatte. Mit Aixtron war
auch ein anderer Branchenwert sehr gefragt. Rückenwind lieferte das
US-Unternehmen Applied Materials mit einem
überzeugenden Ausblick.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,43
Prozent auf 5.985,23 Zähler nach. In Zürich und
London wiederum wurden Gewinne verbucht. In New York
legte der Dow Jones Industrial zum europäischen
Börsenschluss etwas zu./la/stw