ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Gelungener Start ins Börsenjahr 2026
Der Start in das Börsenjahr 2026 ist dem
deutschen Aktienmarkt insgesamt geglückt. Die Nebenwerte-Indizes
legten am Freitag deutlich zu, während der Dax einen
Großteil seiner Gewinne aus dem frühen Handel nicht halten konnte.
Am Vormittag hatte der Leitindex noch zeitweise Kurs auf das
Rekordhoch vom Oktober bei 24.771 Punkten genommen und damit an sein
starkes Jahr 2025 mit einem Gewinn von 23 Prozent angeknüpft. Die
dynamische Rally nach Handelsstart sei aber gleich wieder abverkauft
worden, was für eine anhaltend hohe Bereitschaft zu Gewinnmitnahmen
spreche, schrieb Christine Romar, Europachefin des Handelshauses CMC
Markets.
Allzu viel ist am Brückentag zwischen Neujahr und dem Wochenende
allerdings noch nicht los. Viele Investoren sind noch in der Pause
rund um den Jahreswechsel. Das Geschehen am Markt dürfte daher erst
ab der kommenden Woche deutlicher an Fahrt aufnehmen.
Der Dax schloss 0,20 Prozent höher bei 24.539,34 Punkten. Als Stütze
erwiesen sich hohe Kursgewinne bei den Aktien des Energiekonzerns
RWE und des Triebwerkherstellers MTU .
Der MDax der mittelgroßen Werte gewann 1,18 Prozent
auf 30.979,74 Zähler.
Die Papiere von Aixtron zogen um gut 13 Prozent an
und hatten damit im MDax klar die Nase vorn. Gute Vorgaben waren aus
Asien gekommen: Dort profitierten Baidu von einem geplanten
Börsengang der Halbleitersparte und die Aktien von Samsung
Electronics waren so teuer wie nie zuvor.
Deutsche Stahlaktien wie Salzgitter und Thyssenkrupp
waren auch zum Auftakt 2026 gefragt. Salzgitter
schnellten als bester Wert im SDax um 11,5 Prozent
hoch, Thyssenkrupp gewannen 4,8 Prozent. Beide Anteilscheine
profitierten im vergangenen Jahr von der Hoffnung auf eine Belebung
der deutschen Wirtschaft sowie von Schutzmaßnahmen der EU-Kommission
für Europas Stahlwirtschaft, die unter Billigimporten von staatlich
subventioniertem China-Stahl leidet. Der Rüstungsboom sorgte
zusätzlich für positive Impulse.
Bei Salzgitter kommt der starke Lauf der Aurubis-Aktien
hinzu, Salzgitter hält an dem Kupferkonzern fast 30
Prozent. Die Hamburger Kupferhütte profitiert von der hohen
Nachfrage nach dem Industriemetall, das für den Ausbau der
Alternativen Energien, die Elektromobilität sowie die Künstliche
Intelligenz (KI) unerlässlich ist. Die Papiere von Aurubis hatten
ein Rekordhoch erreicht und gewannen letztlich 1,6 Prozent.
Der EuroStoxx 50 , Leitindex der Eurozone, stieg auf
ein Rekordhoch und stand am Ende 1,02 Prozent im Plus bei 5.850,38
Punkten. In London hatte der FTSE 100 erstmals in
seiner Geschichte die runde Marke von 10.000 Punkten hinter sich
gelassen und schloss moderat im Plus. Auch der Dow Jones Industrial
in New York legte zum europäischen Börsenschluss etwas zu.
Mit Blick auf 2026 sind Experten durchaus zuversichtlich. Laut dem
Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, stehen die Chancen gut,
dass 2026 eine Kopie des Vorjahres mit einer positiven Entwicklung
am Aktienmarkt wird. In Europa sollten die Wachstumsimpulse
zunehmen.
Neben dem Dauerbrenner KI - hier befürchten Beobachter eine
deutlichere Kurskorrektur in absehbarer Zeit - bleiben geopolitische
Krisenherde im Fokus. In Europa lässt im Ukraine-Krieg ein echter
Durchbruch weiterhin auf sich warten. In Amerika sorgt das Vorgehen
der USA gegenüber Venezuela für Anspannung und in Asien könnte 2026
der China-Taiwan-Konflikt stärker zum Thema werden./la/he