ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax zur US-Wahl unter Ölpreiseinfluss im Minus
Nach dem robusten Wochenstart hat der Dax
am Dienstag mit Verlusten auf die neuesten
Entwicklungen im Nahen Osten reagiert. Zuerst stiegen die Ölpreise
wegen Berichten über neue US-Angriffe im Iran, doch am Nachmittag
reichte die Entlastung wegen Gerüchten über eine mögliche Annäherung
nur kurz für den Dreh in die Gewinnzone. Trump bestätigte
schließlich die US-Angriffe auf iranische Ziele.
Der Dax scheiterte im Tagesverlauf einmal mehr an der Hürde von
26.000 Punkten. Er stand am Ende 0,45 Prozent tiefer bei 25.864,62
Punkten. Kursverluste beim Schwergewicht SAP waren in
einem schwachen Software-Sektorumfeld ein bedeutender Einflussfaktor
für den Leitindex. Der MDax sank um 0,36 Prozent auf
30.743,36 Zähler.
Anleger hielten sich auch zurück in Anbetracht der Zwischenwahlen,
die am Dienstag in den USA begannen. In vielen Bundesstaaten an der
Ostküste öffneten zuerst die Wahllokale, doch Ergebnisse dürften
nach mitteleuropäischer Zeit erst in der Nacht zum Mittwoch bekannt
werden. "Amerika wählt, und die Börse schaut genau hin, wie viel
politischen Spielraum Donald Trump nach den Kongresswahlen noch
hat", sagte dazu der Experte Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets.
Apple hatte im vergangenen Quartal mit seinem
iPhone-Geschäft die Markterwartungen übertroffen, doch teure
Speicherchips werden den iPhone-Hersteller wohl im
Weihnachtsgeschäft treffen. Während dies die Apple-Aktien in New
York mit 2,5 Prozent belastete, konnten unter den deutschen
KI-Werten zumindest Infineon und Hochtief
etwas zulegen.
SAP-Aktien verloren hingegen 1,8 Prozent an Wert. Ein Kurseinbruch
um 27 Prozent bei Teamviewer belastete den Sektor,
was auch bei Nemetschek im MDax spürbar wurde. Der
Anbieter von Fernwartungssoftware rechnet wegen verzögerter
Vertragsabschlüsse und wirtschaftlicher Unsicherheiten in diesem
Jahr nicht mehr mit einem Umsatzwachstum. MWB Research gab prompt
die bisherige Kaufempfehlung für Teamviewer auf.
Im Dax veröffentlichten am Dienstag Bayer , Zalando
und Fresenius Medical Care (FMC) ihre
Quartalszahlen - mit sehr unterschiedlichem Ergebnis. Den Anteilen
von Bayer verhalfen diese mit einem Anstieg um 3,6 Prozent auf die
Dax-Spitze. Ein starkes Pharmageschäft stimmte den Pharma- und
Agrarchemiekonzern optimistischer.
Das Schlusslicht im Dax war Zalando mit minus 6,3 Prozent. Analysten
bemängelten die Bruttomarge im abgelaufenen Quartal. Nach einer
starken Erholung im Oktober setzten bei dem Online-Händler
Gewinnmitnahmen ein. Titel von FMC waren zuletzt auch gut gelaufen,
wurden nun aber unter Schwankungen auch mit 3,6 Prozent zu einem
Verlierer. Der neue Konzernchef Shervin Korangy schraubte die
Ergebnisziele seiner Vorgängerin Helen Giza für das Gesamtjahr
zurück.
Im Luftfahrtsektor verzeichneten die Aktien des Triebwerkherstellers
MTU Kurseinbußen von 3,1 Prozent, nachdem die Bank of
America wegen gesehener Gewinnrisiken die Kaufempfehlung gestrichen
hatte. Lichtblick sei die gute Barmittelentwicklung, schrieb der
Experte Benjamin Heelan. Diese sei allerdings am Markt inzwischen
bereits ziemlich gut verstanden worden.
Aktien der Lufthansa gewannen nach Quartalszahlen
fast vier Prozent. In dem angespannten Ölpreisumfeld punktete die
Fluggesellschaft trotz einer nach unten eingeengten Gewinnprognose
mit der Aussage, dass die Ticketpreise im nächsten Jahr deutlich
steigen werden. Analyst Harry Gowers von JPMorgan erwähnte positiv,
dass die von einigen befürchtete Senkung der Zielspanne für das
operative Ergebnis ausblieb.
Auf europäischer Bühne schloss der EuroStoxx 50 0,51
Prozent niedriger bei 6.144,56 Punkten. Außerhalb der Eurozone lag
der Schweizer SMI am Ende mit 0,4 Prozent im Minus,
während der Londoner FTSE 100 belastet von
Rohstoffwerten um 1,1 Prozent abrutschte. In New York gab der Dow
Jones Industrial zwar um zuletzt 0,4 Prozent nach,
der Nasdaq 100 erholte sich dort aber um 0,7
Prozent./tih/zb