Aktien Frankfurt: Dax etwas schwächer - Ölpreis, Tech-Schwäche, Quartalszahlen
Nach dem robusten Wochenstart lässt der Dax
am Dienstag unter dem Eindruck der Tech-Schwäche in
den USA und einer erneuten militärischen Eskalation im Iran wieder
Federn. Nachdem er zunächst unter sein Vortagestief gerutscht war,
konnte der deutsche Leitindex bis gegen Mittag die Verluste etwas
eingrenzen auf zuletzt noch 0,59 Prozent auf 25.827 Punkte.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank um 0,45
Prozent auf 30.717 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
büßte 0,5 Prozent ein. Die Ölpreise legten nach
Meldungen über erneute Angriffe des US-Militärs auf Ziele im Iran zu
und machten einen Teil der deutlichen Verluste vom Vortag wett.
Noch am vergangenen Donnerstag hatte der Dax erstmals seit Anfang
September wieder über 26.100 Punkte notiert. Dem Ausverkauf an der
Nasdaq hatte er sich in den vergangenen Tagen weitgehend entziehen
können, nun aber erwischt ihn die neuerliche Tech-Schwäche doch.
Apple hatte im vergangenen Quartal mit seinem
iPhone-Geschäft die Markterwartungen übertroffen, wie die am
Vorabend nach US-Börsenschluss vorgelegten Zahlen zeigten. Teure
Speicherchips treffen den Konzern aber im Weihnachtsgeschäft. Die
Apple-Aktien rutschten am Dienstag im vorbörslichen New Yorker
Handel um mehr als 4 Prozent ab. "Die Botschaft ist eindeutig:
Selbst glänzende Geschäftszahlen reichen nicht mehr aus, wenn die
Perspektiven nicht ebenso überzeugend ausfallen", kommentierte dies
Börsenexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.
Quartalszahlen hierzulande veröffentlichten am Dienstag die
Dax-Konzerne Bayer , Zalando und
Fresenius Medical Care (FMC) . Die Anteile von Bayer
gewannen mehr als 5 Prozent. Ein starkes Pharmageschäft stimmt den
Konzern optimistischer.
FMC verloren nur anfangs deutlich. Der nach dem dritten Quartal
präzisierte Jahresausblick des Dialyseanbieters würde im vierten
Quartal einen kräftigen Abschwung beim operativen Ergebnis (Ebit)
bedeuten, hieß es zunächst bei Goldman Sachs. Im Verlauf drehten die
Aktien aber ins Plus, das sich zuletzt auf 2,5 Prozent belief.
Unter Druck standen auch Zalando mit minus 2,9 Prozent. Analysten
bemängelten die Bruttomarge im abgelaufenen Quartal. Zudem seien die
Aktien im Oktober gut gelaufen
Im Luftfahrtsektor verzeichneten die Aktien des Triebwerkherstellers
MTU Kurseinbußen von 2,5 Prozent, nachdem die Bank of
America die Kaufempfehlung gestrichen hatte. Lufthansa
gewannen nach Quartalszahlen 3,3 Prozent. Das
operative Ergebnis (Ebit) habe die Konsensschätzung übertroffen, so
die Experten von Bernstein Research. Die nach unten hin eingeengte
Ebit-Zielspanne für 2026 dürfte hauptsächlich auf gestiegene
Treibstoffkosten zurückzuführen sein.
Eine gekappte Umsatzprognose wegen verzögerter Abschlüsse ließ die
Papiere des Fernwartungssoftware-Anbieter Teamviewer
um mehr als ein Viertel abstürzen. Teamviewer habe im dritten
Quartal enttäuscht, so das Urteil von MWB Research. Die
Wachstumserholung sei zunehmend ungewiss. Der gesamte Softwaresektor
stand unter Druck. Neben Teamviewer im SDax
verloren im Dax SAP rund 3 Prozent, im
MDax sanken Nemetschek um 4,5
Prozent./ajx/stk