Aktien Frankfurt: Schwächeres Ende einer starken Börsenwoche
Höhere Ölpreise sowie schwache Vorgaben von
den Börsen in den USA und Asien haben den deutschen Aktienmarkt am
Freitag einen Dämpfer verpasst. Für Belastung sorgte vor allem eine
allgemeine Schwäche des Technologiesektors, nachdem
US-Schwergewichte wie Amazon und Intel
mit ihren Quartalsbilanzen und Ausblicken enttäuscht hatten.
Aktuelle Inflationsdaten aus Deutschland hatten kaum Einfluss auf
die Kurse.
Der Dax notierte gegen Mittag 0,7 Prozent im Minus
bei 25.866 Punkten, nachdem er tags zuvor das höchste Niveau seit
Anfang September erreicht und am Ende ein Plus von 1,3 Prozent
verzeichnet hatte. Damit deutet sich für den Dax ein Wochengewinn
von 2,7 Prozent an. Für den Monat Oktober läuft es auf ein Plus von
rund 2,6 Prozent hinaus.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gab am Freitag
zuletzt um 0,6 Prozent auf 30.547 Zähler nach. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,9 Prozent.
Die Ölpreise stiegen angesichts wachsender Sorgen über einen
möglichen erneuten Militärschlag der USA im Iran auf den höchsten
Stand seit April. Seit Längerem wird über mögliche neue Angriffe der
USA und Israels gegen den Iran nach den US-Parlamentswahlen
spekuliert, die am kommenden Dienstag stattfinden.
Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen im Oktober lagen um 2,8
Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats - nach 3,3 Prozent im
September. Volkswirte hatten mit einer Infaltionsrate von 3,0
Prozent gerechnet. "Dass die Inflation unter die Marke von 3 Prozent
fällt, liegt vor allem am Tankrabatt", sagte
Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Für eine Entwarnung sei es
noch zu früh.
Die aktuelle Tech-Schwäche nach der jüngsten Stabilisierung erfasste
sämtliche Papiere von Unternehmen aus der Halbleiterbranche:
Siltronic , Suss Microtec , Elmos
und Jenoptik verloren im MDax bis zu
7,6 Prozent. Im Dax büßten Infineon 5,4 Prozent und
Siemens Energy als Profiteur vom Bau von
KI-Rechenzentren 7,2 Prozent ein.
Ein positives Urteil in einem Glyphosat-Prozess trieb die Aktien von
Bayer an der Dax-Spitze um weitere 4,0 Prozent nach
oben. Bereits am Donnerstag hatten sie kräftig zugelegt. Eine
Geschworenen-Jury im US-Bundesstaat Missouri hatte in einem
Glyphosat-Prozess zugunsten von Bayer geurteilt. Jefferies-Analyst
Michael Leuchten sprach von einem ermutigenden Gerichtserfolg.
Der Chemiekonzern Evonik stellt sich gegen das
Übernahmebegehren des größeren Wettbewerbers BASF .
Nach Prüfung sei entschieden worden, nicht in Verhandlungen
einzutreten, teilte Evonik mit. Der Vorstand sei aber bereit zu
einem rein informativen und vertraulichen Austausch mit BASF, in dem
beide Seiten ihre Positionen erläutern könnten. Die Evonik-Papiere
fielen um 1,3 Prozent, BASF-Titel sanken um 0,4 Prozent.
Puma verbuchte im dritten Quartal einen geringeren
Nettoverlust als im Vorjahr. Für 2026 erwartet der
Sportartikelhersteller weiter einen währungsbereinigten
Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen
Prozentbereich, grenzte jedoch die Spanne beim operativen Ergebnis
ein. Die Anteilsscheine standen mit einem Kursplus von 7,1 Prozent
an der MDax-Spitze.
Die Papiere von Alzchem brachen um 9,5 Prozent auf
den tiefsten Stand seit Anfang Februar ein. Analyst Gerhard Orgonas
von der Berenberg Bank rechnet damit, dass die durchschnittlichen
Marktschätzungen für das operative Ergebnis (Ebit) des
Spezialchemiekonzerns um etwa vier bis fünf Prozent nach unten
korrigiert werden./edh/mis