ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Weitere Gewinne - Zahlenflut und EZB
Der deutsche Aktienmarkt hat seinen jüngsten
Erholungskurs am Donnerstag fortgesetzt. Der Dax
stieg zuletzt um 0,7 Prozent auf 25.892 Punkte und erreichte damit
das höchste Niveau seit Anfang September. Der MDax
der mittelgroßen Unternehmen gewann am Donnerstag 0,5 Prozent auf
30.585 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
legte um 0,1 Prozent zu.
Licht und Schatten zeigten nach US-Börsenschluss am Mittwoch die
Quartalsbilanzen der Tech-Giganten Microsoft und
Alphabet . Microsoft überzeugte, während die
Google-Muttergesellschaft enttäuschte. In Asien waren Anleger mit
dem Abschneiden von Samsung nicht zufrieden. Auch
hierzulande geht die Berichtssaison der Unternehmen mit voller Fahrt
weiter.
Die Entscheidung der US-Notenbank Fed am Vorabend, die Leitzinsen
unverändert zu lassen, war wie erwartet ausgefallen. Auch die
Europäische Zentralbank (EZB) dürfte an diesem Donnerstag Ökonomen
zufolge ihre Zinsen nicht verändern.
Die Aktien von Adidas stiegen nach detaillierten
Quartalszahlen auf den höchsten Stand seit Mitte August und
notierten zuletzt 1,7 Prozent im Plus. Der Sportartikelhersteller
hatte die vorläufigen Zahlen für das dritte Jahresviertel sowie die
unlängst erhöhte Prognose bestätigt. Analyst Piral Dadhania von der
Bank RBC sieht im dritten Quartal eine Fortsetzung der global
starken Trends.
Der Konsumgüterkonzern Henkel machte im dritten
Quartal mehr Umsatz als im Vorfeld erwartet. Dabei profitierte das
Unternehmen stark von höheren Preisen. Die Verkaufsmengen legten
ebenfalls zu, jedoch nicht so deutlich. Für die Erlösentwicklung
zeigte sich Henkel für das laufende Jahr optimistischer und passte
auch den Ergebnisausblick an. Die Aktie gewann 1,7 Prozent.
Der Wohnimmobilienkonzern Vonovia erwartet, dass der
bereinigte operative Gewinn (Ebitda) im laufenden Jahr in der
unteren Hälfte der anvisierten Spanne liegen wird. Bei Anlegern kam
das nicht gut an. Die seit Monaten unter Druck stehende
Vonovia-Aktie fiel auf ein weiteres Tief seit dem Frühjahr 2023 und
verlor als Dax-Schlusslicht zuletzt 4,3 Prozent.
Nach einer dreitägigen Kurserholung legten die Papiere von MTU
mit minus 3,2 Prozent wieder den Rückwärtsgang ein.
Am Freitag waren sie auf den niedrigsten Stand seit Mitte Juni
gefallen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sei im dritten
Quartal etwas hinter der Konsensschätzung zurückgeblieben, schrieb
George McWhirter von der Berenberg Bank.
Eine milliardenschwere Porsche-Abschreibung , schwache
Geschäfte in China und Kosten für den Konzernumbau drückten
Volkswagen im dritten Quartal tief in die roten
Zahlen. Der Konzernverlust nach Steuern lag in den Monaten Juli bis
September bei rund 5,82 Milliarden Euro. Die VW-Vorzugsaktie sank um
0,6 Prozent.
Die Titel von Knorr-Bremse sackten nach
Quartalszahlen des Bremsenherstellers als schwächster Wert im MDax
um 4,8 Prozent ab. Auftragseingang, Umsatz und operatives Ergebnis
hätten die Konsensschätzungen nicht erreicht, schrieb
JPMorgan-Experte Akash Gupta.
Teils höhere Absatzpreise und das laufende Kostenprogramm trieben
Wacker Chemie im Sommerquartal an. Die Jahresziele
für Umsatz und operativen Gewinn wurden bestätigt. Die
Nettoverschuldung soll indes niedriger ausfallen als bisher gedacht.
Die Wacker-Papiere verteuerten sich um 1,0 Prozent.
Der Stahlhersteller Salzgitter hob nach den ersten
neun Monaten sein Ergebnisziel für das Gesamtjahr erneut an. Die
Salzgitter-Titel zogen als MDax-Spitzenreiter um 8,5 Prozent
an./edh/stk