ROUNDUP/Aktien New York: Wenig Bewegung vor US-Zinsentscheid und Tech-Zahlen
Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed und
Geschäftszahlen mehrerer Tech-Riesen gehen die Anleger vorsichtig in
den Mittwoch. Gegen Ende der ersten Handelsstunde stand der
technologielastige Nasdaq 100 mit 29.667 Punkten
knapp über seinem Vortagsniveau, ähnlich wie der marktbreite S&P 500
mit 7.732 Zählern. Der Dow Jones Industrial
kam auf einen Anstieg von 0,2 Prozent auf 52.505
Punkte.
Gespannt blicken die Anleger auf die Fed, von der sie sich trotz der
zuletzt hohen Inflation überwiegend keine Zinsänderung versprechen.
"Die heutige Entscheidung wird mit Spannung erwartet, denn die
fundamentalen Rahmenbedingungen liefern Argumente sowohl für eine
Straffung der Zinszügel als auch für ein Stillhalten und Abwarten",
schrieben Experten der Landesbank Helaba in ihrem Marktkommentar.
Nach US-Börsenschluss steht der Mittwochabend dann im Zeichen der
Quartalszahlen von Microsoft und Alphabet
, die zu einer neuen Belastungsprobe für den zuletzt
erholten Nasdaq 100 werden dürften. Unter den sieben bedeutendsten
Tech-Riesen rangierte die Mehrheit im Minus, nur bei Alphabet und
Amazon konnten sich die Kurse im Plus behaupten.
Chipwerte waren an der Nasdaq in der Breite wegen der zuletzt wieder
auflebenden Attraktivität von KI-Werten aber nochmals gefragt.
Starke Zahlen der südkoreanischen Chipkonzerns SK Hynix
kamen hier gut an, genauso wie weitere Einzelheiten
zum angekündigten Börsengang des KI-Konzerns Anthropic. Als
möglicher Termin für den Sprung aufs Parkett gelte nun die Woche ab
dem 16. November, schrieb Marktbeobachter Jürgen Molnar von
Robomarkets.
Die Aktien der Speicherspezialisten Micron und
Sandisk gehörten mit einem Anstieg um fast fünf
Prozent zu den gefragtesten Werten aus dem Bereich der KI-Hardware.
Allerdings gab es im Chipbereich auch einen stark abweichenden Wert:
Ein enttäuschender Ausblick drückte die Aktien von NXP Semiconductor
gegen den Branchentrend mit 2,5 Prozent ins Minus.
Die Berichtssaison bewegte am Mittwoch vor allem Nebenwerte. Beim
Spezialisten für Solarenergietechnik Enphase Energy
mussten die Anleger wegen eines schwachen Ausblicks auf das
Schlussquartal einen Kurseinbruch um 16 Prozent verkraften. Die
Titel des Gesundheitstechnik-Konzerns Boston Scientific
büßten nach einer enttäuschenden Gewinnprognose fast
acht Prozent ein.
Viel besser sah es bei Vertiv Holdings mit einem
Kurssprung um 13,5 Prozent aus. Der Hersteller von Energie- und
Kühlanlagen hat seine Prognose für den bereinigten Gewinn pro Aktie
für das Gesamtjahr auf ein Niveau über den Konsensschätzungen
angehoben.
Bei Unternehmen, die aus dem Mischkonzern GE hervor gingen, war das
Bild unterschiedlich. Angehobene Jahresziele bescherten dem
Medizintechnikkonzern GE Healthcare ein Kursplus von
7,4 Prozent, während die Titel des Energietechnikkonzerns GE Vernova
um 2,9 Prozent fielen. Trotz einer angehobenen
Ergebnisprognose wurden die Anleger offenbar von einer
milliardenschweren Übernahme abgeschreckt.
Im Dow wurden vorgelegte Resultate für die gut gelaufenen Visa-Titel
kein richtiger Kurstreiber mehr, der Kurs bewegte
sich hier um sein Vortagsniveau. Der Zahlungsdienstleister erzielte
im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar einen Rekordumsatz. Doch Erlös
und Ergebnis fielen im Großen und Ganzen nur wie von Experten
erwartet aus./tih/he