Aktien Frankfurt: Dax behauptet Erholung vor US-Tech-Zahlen und Zinsentscheiden
Vor den anstehenden Quartalszahlen wichtiger
US-Technologiekonzerne und den Zinsentscheidungen in den USA und der
Eurozone hat sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstagnachmittag
freundlich gezeigt.
Der Dax notierte zuletzt 0,3 Prozent höher bei 25.491
Punkten. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen
ging es um 0,2 Prozent auf 30.333 Punkte aufwärts. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,4
Prozent.
"Die Finanzmärkte stehen vor einer Woche, die wichtige Weichen für
die nächsten Kursbewegungen stellen könnte. Mit den Quartalszahlen
von Alphabet und Microsoft am Mittwoch
sowie Amazon am Donnerstag erreicht die
Berichtssaison einen Höhepunkt", bemerkte Marktanalyst Salah-Eddine
Bouhmidi vom Broker IG.
Zudem stünden einige Zinsentscheidungen an: Am Mittwoch jene der
US-Notenbank Fed, gefolgt von der EZB am Donnerstag und der Bank of
Japan am Freitag. "Damit treffen innerhalb weniger Tage
Unternehmenszahlen auf neue Signale zum künftigen Zinskurs. Diese
Kombination hat das Potenzial, die Risikobereitschaft der Anleger
deutlich zu verändern", so Bouhmidi.
Die Aktien von Beiersdorf rutschten nach der Vorlage
der Quartalszahlen des Konsumgüterkonzerns um 3,1 Prozent ab.
Beiersdorf hielt den Umsatz im dritten Quartal stabil und damit im
Rahmen der Erwartungen von Analysten. Der im Sommer gesenkte
Jahresausblick wurde bestätigt. Ein Börsianer wertete aber das
Geschäft der Sparte Tesa als Enttäuschung.
Der Autobauer Mercedes-Benz stutzte wegen der Krise
in China und hoher Kosten seine Gewinnpläne für das laufende Jahr.
Neben einem zunehmend herausfordernden Umfeld in China erwartet der
Konzern auch höhere Kosten im vierten Quartal, unter anderem für
Material. Die Aktie verlor als Dax-Schlusslicht 3,7 Prozent und
nähert sich damit dem tiefsten Stand seit sechs Jahren.
Die Titel von Suss Microtec wurden mit einem
Kursabschlag von knapp 6 Prozent für ihre gesenkten Jahresziele
abgestraft. Zwischenzeitlich waren die Papiere des Anlagenbauers für
die Chipindustrie bis um 13 Prozent auf das tiefste Niveau seit März
eingebrochen und hatten seit dem Rekordhoch im Juni rund 60 Prozent
an Wert eingebüßt.
Die Papiere der Porsche AG reagierten mit einem
Kursplus von 4,7 Prozent auf Quartalszahlen des Sportwagenbauers.
Bei Umsatz und operativem Ergebnis hatten Analysten etwas mehr auf
dem Zettel, die Profitabilität traf jedoch die Erwartungen.
Porsche-Chef Michael Leiters bestätigte den Jahresausblick. Die
Stuttgarter hätten ein insgesamt ordentliches Quartal hinter sich,
das die zum Vorjahr gestiegene Dynamik bestätige, kommentierte
JPMorgan-Analyst Jose Asumendi.
Die Aktien von Flatexdegiro bauten ihre jüngste
Kurserholung um fast 5 Prozent aus und waren damit Spitzenreiter im
MDax. Zuvor hatte die Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) die zusätzliche
Eigenmittelanforderung für den Online-Broker von 2,50 Prozent auf
1,50 Prozent gesenkt. Goldman-Analyst Oliver Carruthers lobte die
Kapitalflexibilität, die die Frankfurter damit gewinnen - nicht
zuletzt mit Blick auf den Spielraum für Ausschüttungen.
Cancom senkte wegen der weiter anhaltenden
Kaufzurückhaltung seine Umsatzzielspanne für 2026. Im dritten
Quartal fielen die Erlöse des IT-Dienstleisters und das operative
Ergebnis (Ebitda) ging zurück. Der Aktienkurs sackte am SDax-Ende um
6,6 Prozent ab./edh/