Aktien Wien Schluss: ATX gibt deutlich nach - Ölpreise belasten
Die Wiener Börse hat am Donnerstag mit starken
Verlusten geschlossen. Der ATX beendete den Tag mit
einem Minus von 2,59 Prozent und 6.678,41 Punkten. Der breiter
gefasste ATX Prime fiel um 2,49 Prozent auf 3.279,13 Zähler. Auch an
anderen Börsen in Europa ging es nach unten.
Belastet wurden die Märkte einmal mehr von den hohen
Anleihenrenditen und Anstiegen der Ölpreise. Das schürte an den
Finanzmärkten die Sorge vor Inflation und damit auch Zinserhöhungen
der Notenbanken. Die am Vorabend gemeldeten Quartalszahlen von
Micron waren zwar gut ausgefallen, stützten die
Technologiewerte aber nur leicht.
Stark unter Druck kamen nach Ankündigung einer Kapitalerhöhung
Lenzing-Aktien und verloren 6,3 Prozent. Der Faserkonzern braucht
für seine Neuausrichtung Geld und zapft dafür den Kapitalmarkt an.
Über eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrechten streben die
Oberösterreicher 300 Millionen Euro an.
Schwach zeigten sich auch die Bankschwergewichte Erste Group
und RBI; die Aktien verloren 4,5 beziehungsweise 5,6
Prozent. Auch an anderen Börsen in Europa gaben Bankwerte teilweise
deutlich nach. Unter den weiteren Verlierern fanden sich
Palfinger-Aktien mit einem Minus von 3,3 Prozent. Der
Kranhersteller hatte am Vortag eine Wertberichtigung des
Russland-Geschäfts von 135 Millionen Euro gemeldet.
Europäische Aktien von Halbleiterkonzernen profitierten nur moderat
von den am Vorabend gemeldeten Rekordergebnissen des
US-Branchenkollegen Micron. In Wien stiegen die Aktien des
Leiterplattenherstellers AT&S um 0,8 Prozent und
waren damit die einzigen Gewinner im ATX.
Die Aktien von Andritz und Kapsch TrafficCom fielen
trotz der Meldung von neuen Aufträge für die beiden Unternehmen um
1,7 beziehungsweise 2,0 Prozent. Der Technologiekonzern Andritz hat
den Auftrag erhalten, vier Turbinen-Generator-Maschinensätze für das
600 MW-Wasserkraftwerk Khorlochhu in Bhutan zu liefern. Es wird
voraussichtlich jährlich rund 2,524 Terawattstunden Strom erzeugen.
Der Auftragswert liegt im "oberen zweistelligen
Millionen-Euro-Bereich", teilte der Konzern mit.
Der Mautspezialist Kapsch TrafficCom hat einen Auftrag vom
US-Bundesstaat Kalifornien erhalten und soll Mautsystem und
Kundenservice zweier Straßen zusammenführen. Der Auftragswert
beläuft sich laut dem Unternehmen auf 170 Millionen Euro bis 2041.
EVN -Aktien fielen nach Ankündigung eines
Investitionsprogramms um 1,7 Prozent. Der Energieversorger will bis
2030 jährlich eine Milliarde Euro investieren. Investieren will man
vor allem in Netzinfrastruktur, den Ausbau von erneuerbaren
Energien, Speicherlösungen und E-Ladeinfrastruktur./mik/sto/APA/jha