Aktien Frankfurt: Dax nach Rutsch unter 25.000 Punkten zurück auf Vortagesniveau
Der Dax hat seine Verluste am
Donnerstag bis zum Nachmittag komplett abgeschüttelt. Dabei eroberte
der deutsche Leitindex die Marke von 25.000 Punkten, die er
zeitweise deutlich unterschritt, wieder zurück.
Unterstützung kam von den US-Börsen, denn nach einem starken
Quartalsbericht und optimistischeren Ausblick des
Speicherchiphersteller Micron wird die
Technologiebörse Nasdaq mit Gewinnen erwartet.
Am Nachmittag hielt sich der Dax bei 25.194 Punkten stabil am
Vortagesschluss, nachdem er am Vormittag noch zeitweise in Richtung
24.800 Punkte auf den tiefsten Stand seit Ende Juli abgesackt war.
Der MDax der mittelgroßen Werte verringerte sein
Minus und gab zuletzt 0,7 Prozent auf 30.635 Punkte ab.
Die Anleger befinden sich laut Marktanalyst Timo Emden von Captrader
weiter in einem Balanceakt zwischen Zuversicht und Vorsicht.
"Offensichtlich nutzen erste Schnäppchenjäger die vermeintlich
günstigen Preisniveaus für einen Einstieg in den Markt und begeben
sich auf die Pirsch." Zugleich habe sich der Anleihemarkt
"spätestens jetzt neben dem Ölpreis zum Schreckgespenst für die
Märkte entwickelt. Anleger fürchten mittlerweile nicht mehr
vereinzelte Ölpreisspitzen als vielmehr dessen Zweitrundeneffekte."
Am Morgen hatten erneut kräftig gestiegene Ölpreise die bereits am
Vortag wieder hochgekochten Inflations- und Zinssorgen befeuert.
Außerdem schossen die Renditen zahlreicher Staatsanleihen weiter in
die Höhe, was für Aktien kräftiger Gegenwind bedeutet. "So steigen
die Finanzierungskosten für Unternehmen, und gleichzeitig werden
Anleihen als Anlagealternative attraktiver", erklärte Marktexperte
Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.
Heidelberg Materials nahmen mit plus 3,8 Prozent
zuletzt die Dax-Spitze ein. Jefferies-Analystin Glynis Johnson ist
zuversichtlich, was das operative Ergebnis des Zementherstellers im
dritten Quartal betrifft. Sie erwartet zur Zahlenvorlage Anfang
November trotz des schwierigen Umfeldes Ergebniswachstum und eine
Bestätigung der Jahresziele.
Die Aktie des Autozulieferers Continental legte um
0,5 Prozent zu. Letzte Signale des Managements vor der wegen der
Quartalszahlen Anfang November anstehenden Schweigeperiode waren
positiv ausgefallen. So hält UBS-Analyst David Lesne eine
Aufstockung der Gesamtjahresziele für möglich. Das dritte Quartal
dürfte stark ausgefallen sein und den operativen Ergebniskonsens
übertreffen, schrieb er. Die Trennung von ContiTech dürfte zudem um
den Jahreswechsel herum finalisiert werden.
Fresenius gaben unterdessen um 0,6 Prozent nach. Der
Medizin- und Krankenhauskonzern will seine Biopharma-Tochter
mAbxience komplett übernehmen. Für die übrigen Anteile im Umfang von
45 Prozent zahlt er bis zu 750 Millionen Euro. Schlusslicht waren
Bayer mit minus 2,9 Prozent. Zu dieser Aktie schrieb
JPMorgan-Analyst Richard Vosser kritisch, dass die frühen
Konsensschätzungen für das dritte Quartal wohl zu hoch sein dürften.
Renk gaben den vierten Tag in Folge nach,
verringerten ihre teils kräftigen Tagesverluste zuletzt aber auf nur
noch 0,3 Prozent. Diesmal litten sie unter einem negativen
Analystenkommentar der Bank of America, die ihre Kaufempfehlung für
die Rüstungsaktie gestrichen hat. Für Hensoldt
dagegen, die um 2,5 Prozent stiegen, bekräftigte Holmes sein
Anlageurteil "Buy". Außerdem nahm er das Papier des Anbieters von
Verteidigungs- und Sicherheitselektronik in die BofA-Liste mit den
besten Anlageideen im Nebenwertebereich auf./ck/jha/