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Aktien Frankfurt: Dax-Stabilisierung trotzt starkem US-Arbeitsmarktbericht

Der Dax hat am Freitag zunächst kaum auf den mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktbericht reagiert. Mit einem Plus von zuletzt 0,41 Prozent auf 26.111 Punkte setzte er die vortags eingeleitete Stabilisierung fort.

Auf Wochensicht zeichnet sich angesichts der vorangegangenen Korrektur seit seinem Rekordhoch allerdings ein Minus von 1,7 Prozent ab. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann am Freitagnachmittag 0,60 Prozent auf 32.451 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es nur minimal hoch.

In der US-Wirtschaft wurden im August deutlich mehr neue Stellen geschaffen als prognostiziert. Zudem wurde der Wert für den Juli nach oben revidiert. An der Arbeitslosenquote änderte sich indes wie erwartet nichts. Der Anstieg der Stundenlöhne gegenüber dem Vormonat entsprach ebenfalls den Prognosen. Der Arbeitsmarktbericht dürfte die Erwartungen an eine Leitzinserhöhung der US-Notenbank Fed Mitte September wieder anheizen, schrieb Ralf Umlauf von der Landesbank Helaba in einer ersten Einschätzung.

Als Kursstütze - mehr als hierzulande noch für die technologielastigen asiatischen Aktienindizes - hatten sich zuvor die Ölpreise erwiesen, deren Anstieg den Dax in den vergangenen Tagen zurückgeworfen hatte. Sie hätten sich auf einem hohen Niveau stabilisiert, konstatierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Die Anleger hofften weiter, dass die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten zeitlich begrenzt bleibe.

Noch etwas mehr Bedeutung für den US-Zinsentscheid als der Arbeitsmarktbericht hätten die kommende Woche anstehenden Inflationsdaten, schrieb Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. Denn die zwei Fed-Gouverneure John Williams und Michael Barr hätten "dezidiert darauf verwiesen, diese abwarten zu wollen, um zu entscheiden, ob sie sich für einen Zinsschritt im September aussprechen werden oder nicht".

Williams hatte bereits am Mittwoch gesagt, er sehe Anzeichen für eine nachlassende Inflation. Am Donnerstag äußerte sich Christopher Waller, Mitglied des Fed-Gouverneursrats, optimistisch bezüglich eines nachlassenden Preisdrucks. Er zeigte sich bereit, eine Beibehaltung der aktuellen Leitzinsen zu unterstützen.

Am deutschen Aktienmarkt stach Dax-Spitzenreiter Volkswagen (VW) vor dem Wochenende mit einer weiteren Kurserholung um 7,9 Prozent heraus. Der Aufsichtsrat des krisengeplagten Autobauers billigte am Donnerstagabend nach wochenlangen Auseinandersetzungen überraschend einstimmig weite Teile eines Sanierungskonzepts des Vorstands. Das bis 2030 angestrebte operative Ergebnis liege deutlich über den Analystenschätzungen, lobte ein Händler. Neben den VW-Titeln waren auch die Aktien des Großaktionärs Porsche SE mit plus 4,2 Prozent gefragt.

Ebenfalls auf Kaufinteresse stießen Halbleiterwerte: Im Dax legten Infineon um 2,4 Prozent zu und im MDax Suss Microtec , Siltronic und Elmos um bis zu 6,9 Prozent. Sie folgten damit der positiven Entwicklung der Tech-Branche in Asien. Bei Suss sieht Warburg-Analyst Malte Schaumann angesichts der günstigen Bewertung sowie dicker Auftragsbücher zudem eine gute Kaufgelegenheit.

Als Kurstreiber erwiesen sich einmal mehr Analysteneinschätzungen. So ließ eine Hochstufung der Investmentbank Oddo BHF die Titel von Continental um 2,2 Prozent steigen. Continental sei nun keine Umbaustory mehr, sondern ein purer Reifenkonzern mit einer Profitabilität, die zu den besten der Branche zähle, begründete Experte Michael Foundoukidis seine Neubewertung.

Dagegen ging es für Aktien von Daimler Truck um 0,5 Prozent bergab, nachdem die US-Bank Morgan Stanley ihre positive Anlageempfehlung für den Nutzfahrzeughersteller gestrichen hat./gl/jha/

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

 ISIN  DE0008469008  DE0008467416

AXC0163 2026-09-04/15:05

Relevante Links: Süss MicroTec SE, Continental AG, Elmos Semiconductor SE, Daimler Truck Holding AG, Volkswagen AG, Siltronic AG, Infineon Technologies AG, Porsche Automobil Holding SE

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