Aktien Frankfurt: Dax vor Jackson Hole etwas höher - Chipwerte laufen
Überzeugende Geschäftszahlen von Unternehmen
aus dem US-Technologiesektor haben dem deutschen Aktienmarkt am
Donnerstag etwas nach oben verholfen. Das nun beginnende
Notenbanktreffen in Jackson Hole, dessen Höhepunkt die Rede von
Fed-Chef Kevin Warsh am Freitag sein wird, hemmte aber die
Kaufbereitschaft. Das ganz große Risiko dürften Marktteilnehmer ob
der Unsicherheit über die zukünftige Ausgestaltung der
US-Geldpolitik zunächst nicht eingehen, schätzt Timo Emden,
Marktanalyst von Captrader.
Der Dax legte am Nachmittag um 0,38 Prozent auf
26.386 Punkte zu und blieb damit unter seinem Hoch vom Vortag. Der
MDax mit den mittelgroßen Unternehmen zeigte mehr
Zugkraft mit plus 1,14 Prozent auf 32.891 Punkte. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,1 Prozent
nach.
Nvidia , Salesforce und Crowdstrike
hatten die Anleger mit Quartalsbilanzen und Prognosen
positiv überrascht. Dies zog am Donnerstag am deutschen Aktienmarkt
die Kurse von Unternehmen aus dem Halbleiter- und Software-Segment
mit nach oben. Die UBS hält an ihrer Überzeugung hinsichtlich des
allgemeinen Wachstumstrends im KI-Bereich fest und sieht diesen als
wesentlichen Treiber für ihren positiven Marktausblick.
Infineon und Aixtron verteuerten sich
am Nachmittag um 5,6 und 4,5 Prozent. Suss Microtec sprangen um 7,5
Prozent hoch. Siemens Energy legten um 3 Prozent zu.
Das Unternehmen ist mit Blick auf den hohen Stromverbrauch von
Rechenzentren ebenfalls ein Nutznießer des KI-Booms.
Die Anteile von SAP verbuchten Kursaufschläge von gut
2 Prozent nach schwachem Vortag. GFT Technologies
schnellten um 10,6 Prozent hoch. Hier dürfte eine Kooperation mit
der Deutschen Bank der Haupttreiber gewesen sein.
Umstufungen von Kepler Cheuvreux bewegten Aktien aus dem deutschen
Telekomsektor. Die Markttrends im zweiten Halbjahr dürften die
Investoren kaum begeistern, es gebe aber attraktive Gelegenheiten,
so die Analysten. So stuften sie United Internet und
Ionos auf "Buy" hoch. Die Titel reagierten mit
Zuwächsen von jeweils 3 Prozent. Für die Anteile der Deutschen
Telekom gaben die Experten nach jüngst gutem Lauf
ihre Kaufempfehlung auf. Die T-Aktien verloren rund 3 Prozent und
litten zusätzlich unter einem kritischen Bericht im "Handelsblatt".
Die Aktien des Industriedienstleisters Bilfinger
zogen um 4 Prozent an, nachdem die UBS sie auf "Buy" hochgestuft
hatte. Nach dem zweiten Quartal seien die Erwartungen an die Marge
gesunken und hätten das Enttäuschungsrisiko für das Gesamtjahr
weitgehend eliminiert, hieß es. Der Auftragseingang habe positiv
überrascht. Die Analysten sahen einen günstigen Zeitpunkt zum
Einstieg.
Für die Anteile des SDax-Neulings Asta Energy
ging es nach Halbjahreszahlen und Bestätigung des
erst kürzlich angehobenen Ausblicks um 8,8 Prozent aufwärts. Die
starke Nachfrage aus dem Energiesektor sorgt bei dem
Kupferspezialisten für Auftrieb./ajx/stw