Bei den Anlegern am deutschen Aktienmarkt
überwiegt am Dienstag nach soliden Daten aus der Wirtschaft die
Zuversicht. Der Dax hatte sich am Vortag über der
26.000-Punkte-Marke behauptet und legte am Dienstag weiter zu. Am
späten Vormittag gewann der deutsche Leitindex 0,57 Prozent auf
26.255 Punkte.
Für den MDax mit den mittelgroßen Unternehmen ging es
um 0,66 Prozent auf 32.242 Punkte hinauf. Der Eurozonen-Leitindex
EuroStoxx 50 stand rund 0,5 Prozent höher.
Die Ölpreise gaben am Dienstag weiter nach und stützten die
Aktienindizes. Am Vorabend hatte eine Rede des US-Finanzministers
Scott Bessent keine konkreten Maßnahmen aufgezeigt, mit denen die
USA den Kriegsgegner Iran stärker unter Druck setzen will. Zuvor
hatte die US-Regierung von einem "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran
gesprochen und damit gedroht, Teheran komplett von der
Weltwirtschaft zu isolieren.
Veröffentlicht wurde am Vormittag das Ifo-Geschäftsklima, das als
wichtigstes deutsches Konjunkturbarometer gilt. Demnach hellte sich
die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im August weiter auf. Das
Ifo-Geschäftsklima fiel auch besser aus als von Analysten erwartet.
Ökonomen erwarten trotz der Folgen des Iran-Kriegs und der jüngsten
Dürre eine Belebung der Wirtschaft.
Dazu passte am Morgen die Meldung zu einem etwas verbesserten
Bruttoinlandsprodukt (BIP), das von April bis Juni mit 0,3 Prozent
zum Vorquartal um 0,1 Punkte stärker zulegte als zunächst berechnet.
Europas größte Volkswirtschaft ist somit drei Quartale in Folge
gewachsen.
In den Blick rücken nun allmählich andere wichtige Ereignisse im
Wochenverlauf. Dazu zählen die Quartalszahlen von Nvidia
am Mittwoch und am Freitag die Rede von Fed-Präsident
Kevin Warsh auf dem Notenbanktreffen in Jackson Hole. Vor den
Nvidia-Zahlen zur Wochenmitte erholten sich am Dienstag Chipwerte
etwas von ihrem schwachen Vortag. Infineon und Suss
Microtec gewannen jeweils 2,4 Prozent. Der KI-Boom
hält an. Die UBS hob ihre Prognose für weltweite KI-Investitionen
2027 auf 1,2 Billionen US-Dollar an.
Auch Siemens Energy holten wieder etwas auf mit plus
2,2 Prozent. Händler verwiesen auf einen Bloomberg-Bericht, wonach
der Konzern Goldman Sachs beauftragt hat, einen möglichen Verkauf
einer Mehrheitsbeteiligung am Dampfturbinengeschäft vorzubereiten.
Die Pläne für einen Verkauf seien allgemein bekannt, sagte ein
Börsianer. Doch die hohen Wertindikationen bei über 10 Milliarden
Euro dürften zumindest eine positive Reaktion auslösen.
Stärkster Wert im Dax waren die Titel des Internetportal-Betreibers
Scout24 , die den höchsten Stand seit Anfang Februar
erreichten und zuletzt mehr als 3 Prozent gewannen.
Deutz verteuerten sich im MDax um mehr als 8 Prozent.
Die Analysten von Kepler Cheuvreux und Oddo BHF hatten ihre
Kursziele für den Motorenhersteller und neuerdings auch im
Rüstungsgeschäft tätigen Konzern deutlich erhöht.
Für die Titel des Spezialverpackungsherstellers Gerresheimer
ging es um 7 Prozent abwärts, nachdem
Interims-Vorstandschef Uwe Röhrhoff von seinem Posten zurückgetreten
war./ajx/mis