ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax stabil zu Beginn einer wegweisenden Woche
Der Dax hat sich am Montag
trotz leichtem Verlust klar über der Marke von 26.000 Punkten
behauptet. Zum Handelsende verbuchte der deutsche Leitindex ein
Minus von 0,11 Prozent auf 26.106,60 Zähler. Der Weg zurück zum
Rekordhoch von rund 26.574 Punkten könnte angesichts wichtiger
Ereignisse im Lauf der Woche steinig bleiben. Für den MDax
mit den mittelgroßen Unternehmen ging es am Montag um
0,25 Prozent auf 32.031,55 Zähler nach unten.
Der Iran-Krieg bleibt Thema: An diesem Montag will US-Finanzminister
Scott Bessent auf einer Pressekonferenz Sanktionen gegen den Iran
vorstellen. Damit soll das Land gezwungen werden, die für die
Weltwirtschaft wichtige Straße von Hormus wieder freizugeben.
Am Mittwoch nach US-Börsenschluss legt der Chipriese Nvidia
seinen Quartalsbericht vor, und am Freitag steht der
Auftritt des US-Notenbankchefs Kevin Warsh in Jackson Hole auf der
Agenda. Hier wird es um mögliche Aussagen zur künftigen Geldpolitik
gehen, die für die Entwicklung der Marktzinsen relevant werden
dürften. Sie sind gerade im KI-Bereich mit seinem enormen
Investitionsbedarf von hoher Bedeutung. Wichtig sind zudem am
Mittwoch anstehende Preisdaten aus den USA.
"Die größte Unbekannte sind in dieser Woche ohne Zweifel die
Quartalszahlen und der Ausblick des KI-Highflyers Nvidia mit den
darin enthaltenen Hinweisen auf die Entwicklung bei den
Rechenzentren", sagte Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC
Markets.
Der EuroStoxx 50 gab am Montag um 0,22 Prozent auf
6.447,98 Punkte nach. Außerhalb der Eurozone schloss die Leitbörse
in Zürich knapp im Minus, jene in London moderat im Plus. In New
York legte der Leitindex Dow Jones Industrial zum
europäischen Börsenschluss etwas zu. Der technologielastige Nasdaq
100 verbuchte deutlichere Verluste.
Am deutschen Aktienmarkt gerieten zu Wochenbeginn Halbleitertitel im
Sog schwacher KI-Werte in Asien und New York unter Druck. Die
Anteile der Chiphersteller Infineon und des
Zulieferers Suss Microtec verloren 3,2
beziehungsweise 6 Prozent. Kursverluste von 3 Prozent gab es zudem
für Siemens Energy . Der Energietechnikkonzern gilt
wegen des Stromhungers der Datenzentren von KI-Unternehmen ebenso
wie die Halbleiterbranche als Profiteur des Booms um Künstliche
Intelligenz, wird aber bei Verkäufen im Sektor ebenso abgestraft.
Unter den Autotiteln geriet Volkswagen mit einem
Kursverlust von 1,6 Prozent unter Druck. Konzernchef Oliver Blume
schwört die Belegschaft auf tiefgreifende Einschnitte ein und
fordert angesichts einer globalen Branchenkrise Zusammenhalt. Beim
Wolfsburger Autobauer stehen nun eine Reihe von
Betriebsversammlungen an.
Die Aktien von Qiagen reagierten auf eine Personalie
und die erneute Bestätigung des Ausblicks nur kurz mit einem Sprung
auf den höchsten Stand seit Anfang März, um letztlich 3,1 Prozent zu
verlieren. Der Diagnostikonzern hatte Jonathan Pratt zum
Vorstandsvorsitzenden mit Wirkung zum 1. September 2026 ernannt.
Dieser war zuletzt Präsident und Vorstandsvorsitzender der
Filtration Group.
Die Titel des Raumfahrtkonzerns OHB setzten ihren
Abwärtstrend mit minus 8,9 Prozent am Ende des Kleinwerteindex SDax
fort. Ähnlich schwach wie bei OHB hatte sich zuletzt
der Aktienkurs des US-Weltraumkonzerns SpaceX
entwickelt. Die OHB-Aktien hatten den vielbeachteten und
vorübergehend starken SpaceX-Börsengang bereits im Mai mit einem
Rekordhoch vorweggenommen. Der Börsengang war insgesamt zum
bisherigen Kulminationspunkt für Weltraum-Aktien geworden; seither
läuft eine scharfe Korrektur./ajx/he