Aktien Frankfurt Ausblick: Dax schwächer erwartet - Stresstest steht an
Der Dax wird am Montag nach
seiner jüngsten Stabilisierung moderat im Minus erwartet. Eine
Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax
einen Kursrückgang um 0,2 Prozent auf 26.093 Punkte.
Damit bliebe der deutsche Leitindex über der Marke von 26.000
Punkten sowie der Unterstützung der 21-Tage-Linie, die ein
charttechnisch viel beachteter, kurzfristiger Trendindikator ist.
Der Weg zurück zum Rekordhoch von gut 26.574 Punkten dürfte derweil
steinig bleiben angesichts wichtiger Ereignisse im Laufe der Woche.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird am
Montagmorgen ähnlich schwächer erwartet wie der Dax.
"Nvidias Zahlen, die Präzisierung wirtschaftlicher
(US-)Sanktionen gegen den Iran und das Notenbanktreffen in Jackson
Hole: Jedes dieser Ereignisse hat für sich betrachtet das Potenzial,
neue Unruhe an den Märkten auszulösen", schrieb Marktbeobachter
Jochen Stanzl von der Consors Bank. Der Dax müsse vor diesem
Hintergrund erst noch beweisen, ob die psychologisch wichtige
26.000-Punkte-Marke belastbar sei. Ein Rutsch darunter "könnte zu
einer spürbaren Zunahme der Schwankungen beitragen".
Von den internationalen Vorgaben kann der Dax keine Unterstützung
erwarten: Die US-Börsen hatten am Freitag zwar zugelegt. Doch zu
Wochenbeginn zeichnen sich auch hier Kursverluste ab. Zudem ging es
an den asiatischen Handelsplätzen bergab. Insbesondere der
technologielastige südkoreanische Kospi stand deutlich unter Druck.
Unternehmensseitig könnten die Aktien von Halbleiterunternehmen wie
dem Hersteller Infineon und dem Zulieferer Aixtron
von den Verlusten der asiatischen Branchenvertreter
Samsung und SK Hynix in
Mitleidenschaft gezogen werden. Samsung überzeugte die Anleger mit
seinen Dividenden- und Aktienrückkaufplänen zunächst nicht.
Mit der Forderung von Einfuhrzöllen auf chinesische Hybrid-Autos sei
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies nicht der erste,
kommentierte derweil ein Händler eine entsprechende Meldung. Daher
erwartet er keinen Einfluss auf die Aktienkurse der deutschen
Autobauer.
Aus Sicht von Commerzbank -Aufsichtsratschef Jens
Weidmann sollte der Bund im Übernahmekampf mit der italienischen
Konkurrentin Unicredit vorerst Aktionär bei den
Frankfurtern bleiben. "Die Beteiligung war Teil einer
Rettungsmaßnahme, deshalb sollte sich der Bund perspektivisch
zurückziehen", sagte Weidmann der "Süddeutschen Zeitung". "In der
aktuellen Phase macht es aber Sinn, dass der Bund weiter Aktionär
bleibt, um die Interessen des Standorts Deutschland aktiv zu
vertreten." Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, dass die
Bundesregierung offen für einen Ausstieg sein könnte, sofern sich
beide Banken auf eine gemeinsame Strategie verständigen
sollten./gl/mis