Aktien Frankfurt Ausblick: Vorsicht - US-Jobbericht und Iran-Unsicherheit
Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Freitag
zunächst an seine Verschnaufpause vom Vortag anknüpfen. Der X-Dax
signalisierte für den Dax knapp eine
Stunde vor dem offiziellen Handelsbeginn ein Plus von 0,1 Prozent
auf 26.169 Punkte. Nach seinem zur Wochenmitte erreichten
Höchststand bei etwas über 26.400 Zählern fehlt dem Leitindex für
einen Anstieg über dieses Kursniveau derzeit die Kraft. Damit
zeichnet sich auf Wochensicht ein Dax-Plus von gut zwei Prozent ab.
Bremsen könnte vor dem Wochenende der Ölpreis, der erneut etwas
stieg, da die Aussichten auf eine dauerhafte Einigung zwischen den
USA und dem Iran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus weiterhin
ungewiss sind. US-Präsident Donald Trump geht jedoch nach eigenen
Angaben weiter davon aus, dass der Iran-Krieg "ziemlich bald" enden
und eine Einigung zur Öffnung der Meerenge bevorstehen könnte.
"Der Ölpreis liegt bei 80 und nicht mehr bei 100 Dollar, was die
Inflationsrisiken etwas lindern dürfte", kommentierte Analyst Jochen
Stanzl von der Consorsbank. Auf einen Abwärtstrend bei den
Energiepreisen sei in diesen Tagen aber kein Verlass. Zu fragil
seien die immer wieder anberaumten, dann aber doch ohne belastbares
Ergebnis versandenden Gespräche der Konfliktparteien am Persischen
Golf.
In der Berichtssaison geht es in Deutschland am Freitag merklich
ruhiger zu als an den Tagen davor. Auf der Agenda stehen aus dem Dax
Zahlen der Versicherer Allianz und Munich Re
sowie des Lkw-Herstellers Daimler Truck
auf der Agenda. Am Nachmittag dürften sich die
Anleger für die monatlichen Arbeitsmarktdaten aus den USA
interessieren.
Geringe Katastrophenschäden und gute Geschäfte in allen Bereichen
bescherten dem Versicherer Allianz im zweiten Quartal
ein Rekordergebnis. Der operative Gewinn kletterte um fast elf
Prozent. Damit übertraf die Allianz die durchschnittlichen
Erwartungen von Analysten klar. Unter dem Strich entfiel auf die
Anteilseigner mit 2,6 Milliarden Euro wegen Effekten aus
Anteilsverkäufen allerdings weniger Gewinn als ein Jahr zuvor.
Experten hatten sich hier mehr versprochen. Vorstandschef Oliver
Bäte sieht die Allianz weiter auf Kurs zu dem geplanten operativen
Jahresgewinn von 16,4 bis 18,4 Milliarden Euro. Im vorbörslichen
Geschäft auf der Handelsplattform Tradegate fiel die Allianz-Aktie
zuletzt um 0,4 Prozent.
Die Munich Re bekommt den Preisabschwung im Geschäft
mit Erstversicherern deutlich zu spüren. Nach weiteren Abschlägen
bei der jüngsten Vertragserneuerung kappte Vorstandschef Christoph
Jurecka sein Umsatzziel für das laufende Jahr. Im zweiten Quartal
verdiente der Rückversicherer hingegen - wie bereits vorab gemeldet
- unter dem Strich über sechs Prozent mehr. Jurecka sieht die Munich
Re daher "auf sehr gutem Weg" zu ihrem geplanten Jahresgewinn von
6,3 Milliarden Euro. Die Papiere der Münchener stiegen auf Tradegate
um 0,4 Prozent.
Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck musste beim
Nettogewinn im zweiten Quartal deutliche Abstriche machen. Das
Ergebnis je Aktie sackte im Jahresvergleich um fast die Hälfte ab.
Unter anderem belasteten Zölle die Profitabilität auf dem wichtigen
nordamerikanischen Markt. Vorläufige Zahlen zum Tagesgeschäft hatte
das Unternehmen bereits vor gut zwei Wochen vorgelegt und die
Jahresziele erhöht. Letztere bestätigte Chefin Karin Radström. Für
die Aktien der Stuttgarter ging es auf Tradegate um 5,7 Prozent
abwärts. Ein Händler verwies auf den Auftragseingang als
Belastungsfaktor.
Der Spezialchemiekonzern Lanxess steigerte im zweiten
Quartal den Umsatz um 6,5 Prozent. Das um Sondereffekte bereinigte
operative Ergebnis (Ebitda) lag gut 1 Prozent höher. Das Unternehmen
setzt weiter auf Einsparungen und bestätigte das Jahresgewinnziel.
Lanxess-Chef Matthias Zachert betonte allerdings, dass "kein
nachhaltiger Aufschwung der Nachfrage in unseren Kernmärkten in
Sicht" sei und die Marktbedingungen anspruchsvoll blieben. Die
Aktien gaben auf Tradegate um 1,0 Prozent nach.
Die Anteilsscheine von MTU büßten auf Tradegate 2,3
Prozent ein. Zuvor hatten die Barclays-Analysten die Titel des
Triebwerkbauers von "Equal Weight" auf "Underweight"
abgestuft./edh/mis