Nach dem Rekord zum Wochenstart hat sich der
Dax auch am Dienstag nach oben geschwungen und eine
weitere Bestmarke aufgestellt. Am Nachmittag notierte der deutsche
Leitindex 0,9 Prozent im Plus bei 26.224 Punkten. Der MDax
sank hingegen um 0,1 Prozent auf 32.479 Zähler. Der
EuroStoxx 50 , Leitindex der Eurozone, erklomm
ebenfalls ein neues Hoch und gewann zuletzt 0,8 Prozent.
"Der Sprung über die psychologisch wichtige 26.000-Punkte-Marke
wirkt wie ein Dosenöffner. Der Dreiklang aus Geopolitik, Geldpolitik
und Unternehmenszahlen liefert derzeit die gewünschten Koordinaten
für die Navigationssysteme der Anleger", kommentierte Marktanalyst
Timo Emden vom Broker CapTrader. "Die jüngste Rekordserie sollte
jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit dem schwelenden
Iran-Konflikt nach wie vor erhebliche Risiken unter der Oberfläche
glimmen."
Die Aktien von Zalando brachen um knapp 13 Prozent
ein. Der Online-Modehändler enttäuschte mit seinen Umsatz- und
Ergebniszahlen für das zweite Quartal. Den Jahresausblick
konkretisierte das Management. Die Analysten des Investmenthauses
Jefferies sprachen von einem durchwachsenen Quartal. Das Zahlenwerk
sei schwächer als erwartet gewesen, schrieb JPMorgan-Expertin
Georgina Johanan und wies insbesondere auf das geringere Wachstum
des Bruttowarenvolumens hin.
Für die Papiere von Bayer ging es an der Dax-Spitze
um 4,9 Prozent nach oben. Die Leverkusener übertrafen dank guter
Agrargeschäfte und Kostensenkungen die Erwartungen für das zweite
Quartal. Zudem legten in der Pharmasparte die Verkaufszahlen noch
recht neuer Medikamente weiter deutlich zu. Den währungsbereinigten
Umsatzausblick für 2026 bestätigte der Pharma- und
Agrarchemiekonzern. JPMorgan-Analyst Richard Vosser sprach in einer
ersten Reaktion von starken Resultaten. Zusammen mit der bestätigten
Prognose dürften die Konsensschätzungen für den Kerngewinn je Aktie
in diesem Jahr zulegen.
Die Anteilsscheine von FMC sackten trotz guter
Quartalszahlen des Dialysespezialisten auf den tiefsten Stand seit
einem Monat ab. An der Börse überwogen die Sorgen über enttäuschende
Behandlungszahlen in den USA. Das zweite Quartal sei zwar
überraschend stark ausgefallen, doch habe FMC erheblich von den
befristeten US-Vergütungsregeln für neue Dialysemedikamente (TDAPA)
profitiert, schrieb UBS-Analyst Graham Doyle. Die Papiere
unterschritten die kurzfristigen Trendlinien und verloren zuletzt
7,3 Prozent.
Die Aktien von Continental büßten nach Quartalszahlen
1,9 Prozent ein. Mit dem zweiten Quartal habe der Reifenhersteller
die Erwartungen übertroffen, lobte Anlayst Harry Martin von
Bernstein Research. Allerdings habe Conti den Ausblick nur
bestätigt. Viele Investoren hätten wohl eine Anhebung erwartet.
Einen weiterhin schweren Stand haben die Aktien von Adidas
. Nach den in der Vorwoche vorgelegten Quartalszahlen
mit am Markt negativ aufgenommenen hohen Marketingausgaben belastete
nun eine Abstufung durch die UBS die Titel des
Sportartikelherstellers. Der Umsatztrend erscheine stabil, die Marge
allerdings verwundbar, schrieb Analyst Robert Krankowski. Der
Kursverlust belief sich zuletzt auf 2,1 Prozent.
Die Folgen des Iran-Kriegs und Streiks kamen die Lufthansa
teuer zu stehen. Für 2026 hält Vorstandschef Carsten
Spohr deshalb jetzt doch einen Gewinnrückgang für möglich. Im
zweiten Quartal brockten die immens gestiegenen Kerosinpreise dem
Konzern einen herben Gewinneinbruch ein. Damit schnitt die Lufthansa
noch schlechter ab als von Analysten im Schnitt befürchtet. Die
Aktie fiel auf den tiefsten Stand seit Mitte Juni und verlor als
Schlusslicht im MDax zuletzt 11 Prozent.
Eine maue Konsumstimmung insbesondere in Europa sowie der laufende
Konzernumbau belasteten auch das zweite Quartal des Modekonzerns
Hugo Boss . Den Jahresausblick bestätigte Hugo Boss
dennoch. Nach Ansicht von Chiara Battistini von JPMorgan wird der
Kurs aber durch die Übernahmeofferte von Frasers von 38 Euro je
Aktie bestimmt. Die Aktie stagniert weiter exakt auf diesem Niveau.
Verbio verdiente im vergangenen Geschäftsjahr
deutlich mehr als zuletzt erwartet. Der Biokraftstoffhersteller
hatte erst Ende Mai die Prognose für den operativen Gewinn auf 160
Millionen Euro bis 180 Millionen Euro angehoben. Für die
Verbio-Papiere ging es um 7,8 Prozent aufwärts./edh/jha/