ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax steigt in Richtung Rekordhoch
Eine beeindruckende Erholung von
Technologieaktien in den USA und Asien hat auch dem deutschen
Aktienmarkt am Freitag Auftrieb geben. Unterstützung kommt zudem von
den weiter spürbar sinkenden Ölpreisen, auch wenn die Lage im Nahen
Osten weiter angespannt ist.
Der Dax legte im frühen Handel um 1,1 Prozent auf
25.885 Punkte zu und nähert sich damit seinem Rekordhoch, das er
Anfang Juli bei 25.900 Punkten erreicht hatte. Tags zuvor erst hatte
der deutsche Leitindex den Widerstand bei etwas über 25.550 Zähler
überwunden. Auf Wochensicht und auf Monatssicht zeichnet sich ein
deutliches Plus zwischen zwei bis drei Prozent ab.
Der MDax gewann 0,9 Prozent auf 32.518 Punkte und
auch allgemein an Europas Börsen ging es aufwärts. Der EuroStoxx 50
, Leitindex der Euroregion, stieg um 1,1 Prozent auf
6.417 Punkte.
Aktien-Stratege Mislav Matejka von JPMorgan hob die bisher gut
laufende Berichtssaison auf beiden Seiten des Atlantiks positiv
hervor. Das Gewinnwachstum sei besser als am Markt erwartet. Alle
Sektoren in den USA und fast alle in Europa zeigten ein im Vergleich
zum Vorjahresquartal höheres Wachstum beim Ergebnis je Aktie.
Wie in den USA und Asien legten auch hierzulande vor allem
Technologieaktien wieder spürbar zu, wobei vor allem auf starke
Vorgaben von US-Techgiganten verwiesen wurde. Dort hatten jüngst
erst Microsoft und am Vorabend nach Börsenschluss
dann auch Amazon mit ihren Quartalsberichten
überzeugt.
Hierzulande sprangen Infineon an die Dax-Spitze mit
plus 7 Prozent. Im MDax gewannen Aixtron 9,8 Prozent
und Siltronic 8,1 Prozent. Der Waferhersteller
Siltronic profitierte nach starken Quartalszahlen am Vortag von
gleich drei Hochstufungen. So sprachen die Deutsche Bank Research
und Kepler Cheuvreux Kaufempfehlungen aus und strichen ihre
neutralen Einstufungen. Die Bank of America gab unterdessen ihre
negative Einschätzung auf und beurteilt die Aktie nun mit "Neutral".
Siemens Healthineers pendelten nach durchwachsenen
Quartalszahlen und geänderten Jahreszielen zwischen Gewinnen und
Verlusten hin und her. Zuletzt ging es um 1,4 Prozent nach oben. Der
Medizintechnik-Hersteller senkte angesichts der im dritten Quartal
schwachen Diagnostik-Sparte zwar das Jahresumsatzziel 2025/26, hob
aber zugleich die bereinigte Gewinnprognose je Aktie an. Hier kamen
dem Konzern positive Sondereffekte aus US-Steuerrückerstattungen
zugute. Analysten wie etwa Susannah Ludwig von Bernstein Research
hoben aber vor allem als positiven Aspekt den "sehr starken
Auftragsbestand" hervor, der für Zuversicht sorgen sollte.
Hensoldt dagegen gaben trotz starker Auftragslage 2,6
Prozent ab. Der Rüstungselektronikkonzern profitierte von der
Aufrüstung der Nato-Staaten. In den ersten sechs Monaten verdoppelte
sich der Auftragseingang. JPMorgan-Analyst David Perry schrieb
dennoch: Die Aktie sei das "am höchsten bewertete
Rüstungsunternehmen in unserem Analyseuniversum". Zwar halte er das
Produktportfolio nach wie vor für hervorragend, doch sehe er unter
den deutschen von ihm bewerteten Unternehmen woanders mehr
Aufwärtspotenzial./ck/jha/