Überwiegend gute Unternehmenszahlen haben die
Anleger am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag weitgehend bei Laune
gehalten. Hohe Kursverluste von Adidas bremsten
allerdings den Schwung. Frische Inflationsdaten aus Deutschland
hatten nur wenig Einfluss auf die Kurse. Positive Impulse lieferten
am Nachmittag die festeren US-Börsen, wo vor allem die
Technologiewerte dank starker Quartalskennziffern von Microsoft
anzogen.
Der Dax schloss mit einem Plus von 0,60 Prozent bei
25.612,03 Punkten. Der MDax der mittelgroßen
Unternehmen sank um 0,08 Prozent auf 32.216,66 Zähler.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 1,5
Prozent. Außerhalb des Euroraums fielen der schweizerische SMI
um 0,7 Prozent und der britische FTSE 100
um 0,1 Prozent. In New York stieg das Leitbarometer
Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss
um 0,6 Prozent. Der technologielastige Nasdaq 100
schnellte um 2,8 Prozent nach oben.
Nach dem Auslaufen des Tankrabatts sind die deutschen
Verbraucherpreise im Juli um 2,8 Prozent sprunghaft gestiegen. Dass
die Inflationsrate zugelegt habe, müsse angesichts des
Ölpreisanstiegs nicht verwundern, sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt
der VP Bank. Beim Blick auf die Kerninflation - also die Teuerung
ohne Nahrungsmittel und Energie - gebe es hingegen eine kleine
Überraschung. Denn hier sei der Wert von 2,5 auf 2,4 Prozent
gesunken, so Gitzel.
Am Vorabend hatte die US-Notenbank Fed den Leitzins wie erwartet ein
weiteres Mal unverändert gelassen. Geopolitisch bleibt die Lage im
Iran angespannt. Als Antwort auf Teherans Angriff gegen US-Truppen
im Nahen Osten griff das amerikanische Militär in der Nacht wieder
Ziele in der Islamischen Republik an.
Im Fokus standen vor allem die Aktien von Adidas mit einem
Kurseinbruch angesichts einer enttäuschenden Ergebnisentwicklung des
Sportartikelherstellers im zweiten Quartal von zeitweise fast 20
Prozent. Letztlich büßten die Adidas-Titel 11,5 Prozent ein. Analyst
James Grzinic von Jefferies sprach von einer unerwartet deutlichen
Steigerung der operativen Kosten. Die starke Wachstumsdynamik im
zweiten Quartal rücke daher in den Hintergrund.
Nach einem trägen Jahresstart wuchs Symrise im
zweiten Quartal wieder aus eigener Kraft. Die Jahresziele bestätigte
der Hersteller von Duftstoffen und Aromen. Die Aktien gewannen 3,1
Prozent.
Der Münchner Triebwerksbauer MTU legte dank eines
brummenden Wartungsgeschäfts im zweiten Quartal stärker zu als
gedacht. Vorstandschef Johannes Bussmann hob seine Prognose für den
freien Barmittelzufluss etwas an. Die MTU-Papiere legten um 0,5
Prozent zu.
Im MDax standen die Anteilscheine von Aumovio mit
plus 10,7 Prozent an der Spitze. Der Autozulieferer legte einen
Rechtsstreit mit dem wichtigen Kunden BMW bei und
kündigte Aufträge von dem Autobauer über eine Milliarde Euro an.
Anzeichen einer Geschäftsbelebung bescherten der Siltronic
-Aktie mit plus 8,8 Prozent kräftigen Rückenwind. Die
Indikation einer Erholung im Geschäft mit 200-Millimeter-Wafern sei
positiv und sollte den zuletzt gefallenen Aktienkurs stützen,
schrieb Analyst Constantin Hesse vom Investmenthaus Jefferies.
Knorr-Bremse erhöhte nach einem robusten ersten
Halbjahr den Ausblick für das laufende Jahr. Die Papiere verloren
dennoch 4,4 Prozent. Die neuen Ziele bis 2030 böten kaum Impulse,
hieß es von der DZ Bank.
Die Anteile des Staplerherstellers und Lagerhaus-Spezialisten Kion
sanken nach der Zahlenvorlage um 4,9 Prozent. Für
Nemetschek ging es nach den Quartalszahlen um 13,7
Prozent bergab, womit die Papiere des Bausoftwareherstellers ihrem
zuletzt starken Lauf Tribut zollten./edh/he