Aktien New York Ausblick: Wenig Bewegung mit divergierenden Wochenbilanzen
Für die New Yorker Börsen zeichnet sich ein
richtungsloser Ausklang einer uneinheitlichen Woche ab. Angesichts
der wieder aufgeflammten Spannungen im Nahen Osten scheuten die
Anleger eine klare Positionierung.
Knapp eine Stunde vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den am
Donnerstag kräftig erholten Tech-Index Nasdaq 100 0,3
Prozent im Minus auf 29.636 Punkte. Dennoch zeichnet sich ein
Wochengewinn von einem Prozent ab. Den vortags moderat freundlichen
Dow Jones Industrial erwartet IG 0,2 Prozent höher
bei 52.580 Punkten, womit sich der Rückgang für die Woche noch auf
0,6 Prozent beliefe.
Die Internationale Energieagentur warnte, dass ein erneuter Ausbruch
der Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran die Bemühungen
zum Wiederaufbau der erschöpften weltweiten Ölvorräte im weiteren
Verlauf dieses Jahres gefährden könnte. Dass beide Konfliktparteien
trotz der jüngsten militärischen Eskalation ihre
Verhandlungsbereitschaft signalisierten, beruhigte die Anleger ein
wenig.
Die Gespräche dürften am Wochenende fortgesetzt werden, schrieb
David Manso, oberster Anlagestratege bei CaixaBank AM. Die Ölpreise
sollten ein nützlicher Indikator für die Stimmung am Markt sowie die
Erwartungen hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Lage sein.
Aktuell zeichnet sich bei Rohöl der Sorte Brent für die Woche ein
deutlicher Preisanstieg ab.
Wegweisend für die erwartete Schwäche an der Tech-Börse Nasdaq nach
der vorangegangene Erholung dürfte der drohende erneute Rücksetzer
etlicher Halbleiteraktien sein. So ging es etwa für Intel
und Micron vorbörslich um 2,3
beziehungsweise 1,6 Prozent nach unten.
Bei Apollo Global Management zeichnet sich ein
Kursanstieg um ein Prozent ab. Damit würden die Aktien allerdings in
der Handelsspanne der vergangenen Tage bleiben. Der durch
US-Glyphosatklagen von hohen Schulden belastete Pharma- und
Agrarchemiekonzern Bayer verschafft sich durch einen
Milliardendeal mit der Beteiligungsgesellschaft mehr finanziellen
Spielraum. Apollo erhalte eine Minderheitsbeteiligung an einer neuen
Gesellschaft, in die Bayer sein Geschäft mit reversiblen
Langzeit-Verhütungsmitteln (LARC) einbringe, teilte der
Dax-Konzern mit. Dadurch sichert sich Bayer den
Angaben zufolge drei Milliarden Euro Eigenkapital.
Schlagzeilen machte Apollo am Freitag zudem mit seinem erfolgreichen
Übernahmeangebot für die Billigfluggesellschaft Easyjet
. Damit stach das Unternehmen den heimischen
Konkurrenten Castlelake aus, der seine Offerte für die Briten
mehrfach angehoben und sich damit endlich am Ziel gewähnt hatte.
Bei Meta zeichnet sich mit einem Kursplus von 3,7
Prozent eine weitere Erholung ab. Als Stütze für die Titel des
Social-Media-Riesen erwies sich ein positiver Bericht der
Tech-Analysefirma SemiAnalysis über das KI-Computing-Geschäft von
Meta. Vorläufige Ergebnisse einer EU-Untersuchung, denen zufolge die
Meta-Plattformen Instagram und Facebook zu große Suchtgefahren für
Kinder und Jugendliche bergen, ließen die Anleger kalt.
Die zeitweise vorbörslich freundlichen Aktien von Delta
verloren zuletzt 1,2 Prozent. Die Titel haben aber
seit Jahresbeginn schon kräftig zugelegt. Die Fluggesellschaft
trotzte mit einem besser als erwartet ausgefallenen bereinigten
Quartalsgewinn je Aktie (EPS) den in diesem Zeitraum deutlich
gestiegenen Kerosinpreisen. Zudem griff sie ihre vorübergehend
ausgesetzte Jahresprognose für diese wichtige Ergebniskennziffer
wieder auf./gl/stk