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Aktien Europa: EuroStoxx träge nach Rekord - Rohstoffwerte belasten London

Der EuroStoxx 50 hat am Donnerstag weiter zugelegt und gleich zum Handelsbeginn erneut ein Rekordhoch erreicht. Gegen Mittag notierte der Leitindex der Eurozone aber nur noch 0,06 Prozent höher bei 6.304 Punkten. Ihn stützte die überwiegend freundliche Börsenentwicklung in Asien, wo der japanische Nikkei 225 und der südkoreanische Kospi ebenfalls Bestmarken aufgestellt hatten.

Für gute Stimmung sorgte, dass US-Präsident Donald Trump ein Rahmenabkommen für ein Ende des Kriegs mit dem Iran unterzeichnet hat. Die US-Börsen hatten zwar am Mittwoch dennoch unter Signalen der US-Notenbank für künftige Zinserhöhungen gelitten. Nun zeichnet sich aber eine Erholung ab.

Außerhalb der Eurozone entwickelten sich die Aktienkurse am Donnerstag verhaltener. Auch hier stand die Geldpolitik im Fokus. Der Schweizer SMI sank um 0,15 Prozent auf 13.794 Punkte. Damit zollte er dem guten Lauf der vergangenen anderthalb Wochen ein wenig Tribut. Dass die Schweizerische Nationalbank den Leitzins wie erwartet ein weiteres Mal bei null Prozent beließ, sorgte für einige Schwankungen, bewegte unter dem Strich aber wenig.

Der britische FTSE 100 verlor 0,89 Prozent auf 10.415 Punkte. Er litt vor allem unter den Kursabschlägen seiner zahlreichen Rohstoff-, Öl- und Immobilientitel. Erstere wurden von den sinkenden Notierungen für wichtige Metalle wie Silber und Kupfer sowie der anhaltenden Talfahrt der Ölpreise belastet.

Auf die Stimmung im zinssensiblen Immobiliensektor drückten die Signale der US-Notenbank Fed. Sie rechnet nun für das laufende Jahr mit einer deutlich höheren Inflation, weshalb am Markt statt Zinssenkungen nun zunehmend Anhebungen ab Oktober erwartet werden. Dazu steht in Kürze der Zinsentscheid der Bank of England an. Die jüngsten Daten vom britischen Arbeitsmarkt sendeten uneinheitliche Signale an die Währungshüter, konstatierte Yael Selfin, Chefökonomin bei KPMG UK.

Auch im marktbreiten Stoxx Europe 600 zählten Rohstoff- und Immobilienwerte zu den größten Verlierern. Die in London gelisteten Aktien des Bergbaukonzerns BHP büßten nach Bekanntgabe einer milliardenschweren Wertberichtigung knapp 4 Prozent ein.

Bei Autotiteln setzte sich die jüngste Talfahrt fort. Der Branchenindex markierte den tiefsten Stand seit knapp drei Monaten. Nach dem Verkaufseinbruch auf dem chinesischen Markt und einer Prognosesenkung von BMW verteidigte Volkswagen-Chef Oliver Blume auf der Hauptversammlung des Konzerns seinen Sparkurs. Er verwies auf die im laufenden Jahr nochmals verschärften Rahmenbedingungen der Branche.

Immerhin moderate Gewinne verbuchten die schon zuletzt gefragten Industrie- und Technologietitel . Bei letzteren stützten eine Prognoseanhebung des Halbleiterherstellers BE Semiconductor , dessen Aktien um 0,7 Prozent anzogen, sowie positive Branchenvorgaben aus Asien und den USA.

Auf beiden Seiten des Pazifiks waren Halbleiteraktien dank des anhaltenden Booms um das Mega-Thema Künstliche Intelligenz (KI) zuletzt gefragt. Marktteilnehmer verwiesen auch auf positive Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zum Engagement der USA bei Intel - im Zusammenhang mit der zwischen Apple und Intel vereinbarten Zusammenarbeit zur Entwicklung und Herstellung von Chips in den Vereinigten Staaten. Die sich abzeichnende Erholung der US-Technologiebörse Nasdaq half dem europäischen Tech-Sektor ebenfalls./gl/jha/

 ISIN  GB0001383545  FR0003500008  CH0009980894  NL0006294274

AXC0116 2026-06-18/11:50

Relevante Links: Euronext N.V., BE Semiconductor Industries N.V., Intel Corporation, Apple Inc., Volkswagen AG, BHP Group Ltd., BMW AG

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