Aktien New York: Verluste ausgeweitet mit Tech-Schwäche und Trumps Iran-Aussagen
Die US-Aktienmärkte sind am Dienstag im
Handelsverlauf teils heftig unter Druck geraten. Sie litten unter
dem erneuten Schwächeanfall der gut gelaufenen Halbleitertitel. Dazu
drückten Aussagen von US-Präsident Donald Trump zum Iran-Krieg auf
die Stimmung. Allerdings setzten sich die Indizes von ihren
Tiefständen zuletzt wieder etwas nach oben ab.
Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 verlor
angesichts der Halbleiterschwäche 2,15 Prozent auf 28.782 Punkte.
Damit steuert er auf einen weiteren Rückschlag zu. Am Freitag war er
angesichts wachsender Zinsängste nach einem soliden
US-Arbeitsmarktbericht um 4,8 Prozent abgesackt, hatte sich seitdem
aber wieder deutlich erholt.
Besser hielten sich am Dienstag die Standardwerte-Indizes, die schon
vor dem Wochenende weniger als die Nasdaq verloren hatten. Während
der marktbreite S&P 500 um 0,90 Prozent auf 7.339
Punkte sank, ging es für den Leitindex Dow Jones Industrial
lediglich um 0,15 Prozent auf 50.710 Punkte bergab.
Aus dem schwachen Halbleitersektor ragten die Aktien von Marvell
Technology und Arm Holdings mit
Abschlägen von 10,7 und 8,9 Prozent heraus. Hier setzten sich die
Gewinnmitnahmen nach Rekordständen fort. Die Branchengrößen Qualcomm
, AMD , Micron und Intel
mussten Kursverluste von bis zu 8,2 Prozent
verkraften, während Nvidia nur 1,6 Prozent verloren.
Für die Aktien von Applied Digital ging es indes
gegen den Tech-Trend um 2,5 Prozent hoch. Das Neocloud-Unternehmen
vermeldete einen Mindestabnahme-Vertrag mit einem KI-Hyperscaler aus
den USA.
Börsenexperten machten die anstehenden Rekord-Börsengänge als Grund
für die aktuellen Kursverluste im Technologiesektor aus. Dass am
Freitag die Weltraumfirma SpaceX und in absehbarer
Zukunft die KI-Unternehmen Anthropic und OpenAI den Sprung auf das
Parkett planen, entzieht den Märkten laut Chef-Marktanalyst Andreas
Lipkow vom Broker CMC Markets Liquidität. Sprich: Die Anleger machen
bei gut gelaufenen Titeln etwa im Halbleitersektor Kasse und planen,
ihre Mittel in SpaceX & Co umzuschichten.
Aus Sicht von Consorsbank-Chefmarktanalyst Jochen Stanzl dürfte der
Börsengang von SpaceX ebenso wie die Kapitalerhöhung von Google
-Mutter Alphabet und Gerüchte über eine
Kapitalerhöhung bei Meta die KI-Rally auf die Probe
stellen. "Es bleibt zu beobachten, ob durch das enorme zusätzliche
Aktienangebot eine Sättigung der Nachfrage eintreten wird", schrieb
Stanzl. Die Unsicherheit darüber sorge für eine höhere Volatilität,
die wohl anhalten werde.
Gegenwind für die Börsen kam am Dienstag auch von Trump, der sagte,
die USA müssten auf den iranischen Abschuss eines amerikanischen
Kampfhubschraubers reagieren. Zuletzt hatte es aufgrund der
prekären, aber einigermaßen stabilen Lage im Iran-Krieg zumindest
keinen Dämpfer von dieser Seite gegeben. Die aktuell kräftig
sinkenden Ölpreise gaben den Aktienkursen wenig Halt.
Die Aktien von Nuvalent schnellten derweil um 39
Prozent auf rund 123 Dollar nach oben. Der britische Pharmakonzern
GSK will das US-Biotech-Unternehmen für rund 10,6
Milliarden beziehungsweise 124 Dollar je Aktie übernehmen und damit
sein Krebsgeschäft ausbauen./gl/men