ROUNDUP/Aktien New York: Jobbericht belastet - Weitere Nasdaq-Gewinnmitnahmen
Die Gewinnmitnahmen-Welle wird am Freitag bei
den heißgelaufenen US-Tech-Aktien größer. Als Belastung kam hinzu,
dass der veröffentlichte Jobbericht solide ausfiel und damit die
Spekulationen befeuerte, dass die US-Notenbank Fed demnächst ihre
Zinsen erhöhen wird. Aus Nahost gab es zu Wochenschluss weiter keine
bahnbrechenden Nachrichten.
Der von Technologie geprägte Auswahlindex Nasdaq 100
lag gegen Ende der ersten Handelsstunde 1,9 Prozent tiefer bei
29.835 Punkten. Er rutschte erstmals seit Ende Mai wieder unter die
30.000-Punkte-Marke. Von Tech-Werten stärker mit nach unten gezogen
wurde auch der marktbreite S&P 500 , der 0,88 Prozent
auf 7.518 Punkte verlor.
Wie schon zuletzt schlug sich der Dow Jones Industrial
mit einem Abschlag von 0,1 Prozent auf 51.503 Punkte
besser. Da er eher Standardwerte abbildet, steuert er in der
Wochenbilanz auf ein Plus von fast einem Prozent zu, während der
Nasdaq 100 in dieser Zeit 1,6 Prozent verloren hat.
Der überraschend deutliche Beschäftigungsaufbau im Mai stärkt nach
Einschätzung der Landesbank Helaba die Erwartungen für eine Anhebung
der US-Leitzinsen. "Die Fed sollte die Daten zum Anlass nehmen, den
Fokus stärker auf die erhöhten Inflationsrisiken zu richten", meint
der Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz, Johannes Mayr.
Anders als noch am Vortag zeigten sich die Gewinnmitnahmen im
Tech-Sektor am Freitag in der Breite. Chipwerte sanken erneut am
stärksten, aber auch im IT- und Softwarebereich gab es für Anleger
kaum etwas zu holen. Nvidia führte unter den
"Magnificent 7" mit fast drei Prozent Minus die lange Verliererliste
an. Nur Apple konnte sich mit 0,7 Prozent über Wasser
halten. Broadcom knüpften mit minus fünf Prozent an
ihren Kurssturz vom Vortag an.
Die zuletzt besonders heiß gelaufenen Aktien der Chipkonzerne ARM
, Marvell , Intel und
Micron fielen erneut mit besonders deutlichen
Verlusten auf, die bis zu neun Prozent groß waren. Auch
Speichertechnologie-Unternehmen wie Western Digital
und Seagate wurden von den Gewinnmitnahmen erfasst.
Im Software-Bereich verloren die Aktien von Docusign ,
einem Spezialisten für digitale Signaturen, fast sechs Prozent, Sie
wurden von einem Umsatzausblick, der den Anlegern offenbar nicht gut
genug war, belastet. Ähnliches verschreckte auch die Anleger des
Sportartikelkonzerns Lululemon , dessen Aktien um acht
Prozent auf das niedrigste Niveau seit 2018 fielen.
Eine positive Ausnahme im US-Technologiebereich waren die Titel von
Applovin , die um 2,1 Prozent stiegen. Am Markt wurde
hier auf einen positiven Analystenkommentar von Edgewater Research
verwiesen. Mit einer Hochstufung auf "Overweight" von JPMorgan gab
es einen solchen auch zur Fast-Food-Kette Chipotle Mexican Grill
, deren Aktien um sechs Prozent zulegten./tih/he