ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Wieder Gewinne dank Iran-Hoffnung und KI
Der Dax hat nach seinem
Rücksetzer vom Vortag am Mittwoch wieder den Weg nach oben gefunden.
Nach wie vor glauben die Anleger an eine Verhandlungslösung im
Iran-Krieg. Zuletzt habe sich allerdings wieder einmal gezeigt, dass
"die Friedensglocke verfrüht geläutet wurde", schrieb
Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.
Zuletzt stieg der deutsche Leitindex um 0,56 Prozent auf 25.327
Punkte. Damit bleibt das Rekordhoch von 25.507 Punkten aus dem
Januar in Sichtweite. Für den MDax , der die
mittelgroßen Börsenunternehmen enthält, ging es um 0,62 Prozent auf
32.901 Punkte nach oben. Er schaffte es wieder auf das höchste
Niveau seit mehr als vier Jahren. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx
50 gewann 0,5 Prozent.
In New York hatten die Indizes S&P 500 und Nasdaq 100
am Dienstag dank der Friedenshoffnungen sowie des
Dauerbrenners Künstliche Intelligenz (KI) neue Bestmarken
aufgestellt, der Dow Jones Industrial bereits am
vergangenen Freitag. Die asiatischen Handelsplätze zeigten zuletzt
einmal mehr ein durchwachsenes Bild, wobei der techlastige
südkoreanische Kospi dank der Halbleiter-Hausse seine Rekordjagd
fortsetzte. Die Ölpreise gaben nach ihrem Anstieg vom Dienstag
wieder deutlich nach.
Die Anleger suchten nach Orientierung, so Altmann weiter. Dass der
Dienstag der Handelstag mit den zweitniedrigsten Umsätzen in diesem
Jahr seit dem vorangegangenen Pfingstmontag gewesen sei, belege die
hohe Verunsicherung am Markt. Nur auf Rückenwind aus New York
sollten die Anleger dem Experten zufolge ebenfalls nicht setzen.
Denn die dortigen Indizes seien nach den erneuten Rekorden "massiv
überkauft", sodass "eine Korrektur technisch gesund wäre und
niemanden überraschen sollte".
Auch bei deutschen Technologietiteln herrschte zunächst aber
Goldgräberstimmung. Im Dax zählte der Halbleiterkonzern Infineon
mit einem Kursplus von 1,4 Prozent zu den besseren
Werten. Beim Chipindustrieausrüster Aixtron aus dem
MDax konnten sich die Anleger über einen Kursanstieg von 1,8 Prozent
auf 53,72 Euro freuen. Für Aufmerksamkeit und weitere Kursfantasie
sorgte Analyst Oliver Wong von der Bank of America mit seinem
deutlich angehobenen Kursziel von nun 72 Euro. Seit Jahresbeginn
haben sich die Aktienkurse der beiden Unternehmen schon mehr als
verdoppelt beziehungsweise verdreifacht.
Dagegen ließ die Platzierung von Anteilen durch Wacker Chemie
Siltronic um 4 Prozent auf 93,20 Euro
sinken. Damit waren Siltronic einer der größten Verlierer im
Nebenwerte-Index SDax . Der Spezialchemiekonzern hatte
den guten Lauf der Aktien seiner Beteiligung genutzt, um in einem
beschleunigten Auktionsverfahren 2,1 Millionen Anteile am
Waferhersteller Siltronic zum Stückpreis von 89,35 Euro zu
verkaufen. Dies entspricht 7 Prozent des Grundkapitals von
Siltronic. Seit Jahresbeginn hatte sich ihr Wert zuvor nahezu
verdoppelt - am Dienstag waren sie nahe an ihr jüngst erreichtes
Hoch seit dem Frühjahr 2022 herangelaufen.
Bei den Anteilsscheinen von Wacker Chemie setzten sich mit minus 1,3
Prozent die jüngsten Gewinnmitnahmen fort. Am Dienstag hatte eine
Abstufung der Schweizer Großbank UBS auf den Aktienkurs gedrückt.
Zur Begründung hatte Experte Christian Bell auf die jüngst deutliche
Erholung verwiesen. Für 2026 steht bislang ein Plus von 40 Prozent
zu Buche.
Die Verve Group konnte trotz erheblicher Belastungen
durch Währungseffekte im ersten Quartal den Umsatz aus eigener Kraft
steigern. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (Ebitda) des Spezialisten für digitale Werbung und
Spieleentwicklung ging indes wegen höherer Kosten zurück. Mit einem
Minus von 5,1 Prozent führten die Titel die Verliererliste im SDax
an.
Zu den schwächsten MDax-Werten zählte Aroundtown mit
einem Kursrückgang um 1,1 Prozent. Der Gewerbeimmobilienspezialist
verzeichnete im ersten Quartal wegen höherer Finanzierungskosten und
Betriebsausgaben für seine Immobilien einen Gewinnrückgang. Dennoch
bestätigte das Unternehmen die Jahresprognose. Das Gewinnziel hatte
Aroundtown im April nach dem Ausbau seines Anteils an der Tochter
Grand City Properties aufgestockt./gl/stk