Aktien Frankfurt: Dax legt zu vor Nvidia-Zahlen als KI-Gradmesser
Die Anleger blicken am Mittwoch am deutschen
Aktienmarkt mit hohen Erwartungen auf die Zahlen von Nvidia
. Stützend wirken die freundlich erwarteten New Yorker
Börsen. An der technologielastigen Nasdaq werden nach zuletzt drei
schwächeren Handelstagen wohl noch einmal Vorschusslorbeeren
verteilt.
Mit größeren Schritten in Richtung der Marke von 25.000 Punkten tut
sich der Dax aber schwer. Mit einem Anstieg um 0,6
Prozent auf 24.557 Punkte blieb der deutsche Leitindex am Nachmittag
unter seinem Vortagshoch, das von zwischenzeitlicher Hoffnung auf
Entspannung im Iran-Krieg getrieben war. Die Lage im Iran-Krieg
bleibt aber angespannt, nachdem US-Präsident Donald Trump neue
Angriffe nur vertagt hatte.
In der zweiten deutschen Börsenreihe gewann der MDax
zuletzt 0,8 Prozent bei 31.575 Punkten. Auf Eurozonen-Ebene legte
der EuroStoxx 0,9 Prozent zu.
Nvidia-Aktien gewannen in New York vorbörslich 1,7 Prozent, nachdem
sie in den vergangenen Tagen etwas vom Rekordniveau zurückgekommen
waren. Werte aus der Halbleiterbranche zogen vermehrt wieder an -
auch jene aus Europa: Die Infineon -Anteile waren am
Nachmittag mit plus drei Prozent der größte Dax-Gewinner. Titel des
Branchenausrüsters Aixtron gewannen im MDax 4,4
Prozent.
Die Experten von Index-Radar sehen in den Nvidia-Zahlen jedoch eine
gewisse "Sprengkraft" angesichts hoher Erwartungen. "Wenn Nvidia
enttäuscht, könnte es ungemütlich werden", hieß es vom Marktexperten
Maximilian Wienke vom Broker Etoro. Nvidia sei längst kein normales
Unternehmen mehr, sondern der zentrale Taktgeber des globalen
KI-Booms.
In Deutschland waren am Mittwoch bei zwei Unternehmen
Anteilsverkäufe von Aktionären ein Thema. Bei Springer Nature
war wegen einer Platzierung durch BC Partners mit 4,3
Prozent ein deutlicher Abschlag erkennbar. Der Finanzinvestor hatte
2024 beim Börsengang schon Anteile platziert und reduziert seine
Beteiligung an dem Wissenschaftsverlag nun weiter.
Beim Verkauf von Anteilen an Renk musste der
Panzerbauer KNDS einen viel geringeren Abschlag in Kauf nehmen. Die
Anleger verziehen dies in einem positiven Branchenumfeld, das
gestützt war auf den tschechischen Konzern CSG wegen dessen starker
Resultate. Renk folgte Rheinmetall klar ins Plus,
doch besonders deutlich waren mit 6,2 Prozent die Kursgewinne bei
Hensoldt .
Im Chemiesektor hat das Analysehaus Jefferies die Bewertungen neu
sortiert: Das negative Votum "Underperform" belastete Lanxess
, wobei der Abschlag mit zuletzt 1,8 Prozent nachließ.
Analyst Marcus Dunford-Castro sieht bei dem Spezialchemiekonzern die
Rally als übertrieben an. Auf eine Kaufempfehlung für Evonik
und eine Hochstufung von Brenntag war
die Reaktion mit geringfügigen Abschlägen verhaltener.
Die Kurse einiger Unternehmen mussten um die Dividendenauszahlung
bereinigt werden, darunter auch Ottobock . Die Aktien
legten dennoch zu. Bei dem Prothesenhersteller begann die Nachlese
eines kritischen Berichts des Leerverkäufers Grizzly, der am Vortag
einen Kurssturz ausgelöst hatte. Das Unternehmen wies die Vorwürfe
zurück./tih/jha/