Aktien Frankfurt: Dax holt anfänglichen Rückschlag auf
Der Dax hat seine anfänglichen
Kursverluste am Montag aufgeholt. Zunächst ging der Rückschlag vom
vergangenen Freitag weiter, doch dann wurden die Anleger wieder
mutiger und trieben den Leitindex im Laufe des Vormittags zurück
über die 24.000-Punkte-Marke. Zuletzt legte er um 0,24 Prozent auf
24.008,49 Punkte zu.
Laut dem Marktbeobachter Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets
werden Kurse unter 24.000 Punkten von Anlegern zu
"Schnäppchenkäufen" genutzt. Der MDax blieb zwar im
Minus, mit 31.156 Punkten konnte der Index der mittelgroßen Werte
seinen Abschlag aber auf 0,7 Prozent reduzieren. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx stand bis zum Mittag
noch 0,4 Prozent tiefer bei 5.801 Zählern.
Das Thema des Tages waren wieder schärfere Töne zwischen dem Iran
und den USA sowie anziehende Ölpreise. "Für den Iran tickt die Uhr,
und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen
nichts mehr übrig bleiben", schrieb US-Präsident Donald Trump auf
der Plattform Truth Social. Inmitten der festgefahrenen
Verhandlungen wurde jedoch bekannt, dass Teheran nach eigenen
Angaben wieder neue Vorschläge nach Washington geschickt hat.
Lipkow verwies auf bestimmte Werte als Stütze, darunter der
Chipkonzern Infineon mit 2,7 Prozent als bester
Dax-Wert. Mit der Aktie spielten Anleger weiter das KI-Thema,
genauso wie mit dem Energietechnik-Konzern Siemens Energy
, die zuletzt 1,3 Prozent zulegten. Beide Aktien sind
2026 die Spitzenreiter im deutschen Leitindex. Auch im MDax gehörten
am Montag mit Nordex und Aixtron zwei
Aktien aus den Bereichen Energie und Halbleiter zu den Favoriten.
Ein Erholungsversuch bei Rheinmetall blieb nach einer
Kaufempfehlung der Citigroup mit 0,7 Prozent Plus verhalten. Die
US-Bank hält den Rücksetzer bei dem Rüstungskonzern für übertrieben,
zumal ein Friedensabkommen im Krieg zwischen der Ukraine und
Russland mit gegenseitigen Angriffen unwahrscheinlich bleibt.
Bedenken an der Finanzierung steigender Verteidigungsausgaben hat
der Experte Charles Armitage zumindest nicht in Deutschland.
Schwäche zeigten im Dax die Autowerte. Die Titel von Mercedes-Benz
, BMW und Volkswagen
verloren jeweils etwa zwei Prozent an Wert. Für Mollstimmung sorgte,
dass die Wirtschaft im wichtigen Absatzmarkt China im April deutlich
an Schwung verloren hat. Wichtige Konjunkturdaten blieben dort
hinter den Erwartungen von Analysten zurück.
Im MDax fielen die 3,7 Prozent höheren Sartorius-Titel
dagegen positiv auf. Bei dem Laborausrüster sorgte
ein Bericht im "Wall Street Journal" für Gesprächsstoff, wonach der
Investor Elliott beim Sartorius-Großaktionär Bio-Rad eingestiegen
ist. Damit würde ein Geflecht von Beteiligungen entstehen, weil
Elliott selbst auch bei Sartorius im Boot ist.
Ein Minus von 1,3 Prozent gab es bei der Lufthansa ,
die neben den anziehenden Ölpreisen auch von Ryanair
bedingt waren. Der Billigflieger traut sich in Zeiten des
Iran-Kriegs wegen der hohen Unsicherheiten keine Gewinnprognose für
das laufende Jahr zu. Ein Medienbericht, wonach die Holding des
Logistik-Milliardärs Klaus-Michael Kühne eine weitere Aufstockung
der Lufthansa-Anteile erwägt, konnte dem Kurs nicht helfen. Ein
Händler sah darin keine Überraschung./tih/jha/