Inflationssorgen trüben vor dem Wochenende die
Stimmung unter den Anlegern und drücken die Indizes am deutschen
Aktienmarkt deutlich nach unten. Eine Lösung im Iran-Krieg lässt auf
sich warten, weshalb die Ölpreise auf hohem Niveau bleiben. Im
Technologiesektor kam es zu Gewinnmitnahmen, im sehr schwachen
Rohstoffsektor standen Edel- und Industriemetalle unter Druck.
Letztlich hatten sich die Anleger wohl auch von dem Treffen zwischen
dem chinesischen Staatschef Xi Jinping und dem US-Präsidenten Donald
Trump in Peking mehr erwartet. Trump befindet sich inzwischen wieder
auf der Rückreise.
Der Dax verlor am Freitagnachmittag rund 2 Prozent
auf 23.980 Punkte und lag damit unter der runden Marke von 24.000
Zählern. Auch die 200-Tage-Linie, die charttechnisch orientierten
Beobachtern Hinweise auf den längerfristigen Trend gibt,
unterschritt er. Auf Wochensicht zeichnet sich für den deutschen
Leitindex ein Minus von 1,5 Prozent ab.
Der MDax der mittelgroßen Werte rutschte am Freitag
um 1,9 Prozent auf 31.277 Punkte ab. Auch der Eurozonen-Leitindex
EuroStoxx 50 sank um 1,9 Prozent.
Gewinnmitnahmen drückten im Dax die Papiere des Chipherstellers
Infineon um mehr als 5 Prozent nach unten nach einer
Rally mit 80 Prozent Kursgewinn im Jahr 2026. Auch bei Aixtron
im MDax und Siltronic im
Kleinwerteindex SDax machten Anleger Kasse.
Heidelberg Materials litten als schwächster Dax-Wert
mit einem Kursverlust von über 6 Prozent vor allem unter
Konjunktursorgen. Vorne im Dax stemmten sich die Aktien des
Rückversicherer Munich Re mit plus 1 Prozent gegen
die jüngste Kursschwäche.
Quartalszahlen des Mobilfunk- und TV-Anbieters Freenet
kamen gut an, die Papiere gewannen als bester Wert im
MDax rund 3 Prozent. Deutlich gesunkene Passagierzahlen belasteten
hingegen die Aktien von Fraport mit minus 2,6
Prozent.
Die Anteile des IT-Dienstleisters Nagarro verloren im
SDax 3,6 Prozent nach Quartalszahlen. Der schwache Nachfragetrend
habe sich fortgesetzt, merkte Analyst Martin Comtesse von Jefferies
an./ajx/jha/