ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Iran-Hoffnung drückt Ölpreis und treibt Aktien
Inmitten der heißen Phase der Quartalsbilanzen
haben am Mittwoch Friedenssignale im Iran-Krieg und der Boom mit
Künstlicher Intelligenz (KI) die Börsen kräftig nach oben getrieben.
Stark gesunkene Ölpreise von zeitweise unter 100 US-Dollar ließen
Anleger aufatmen, sie gingen wieder ins Risiko.
Ein Bericht des US-Nachrichtenportals Axios, wonach die Vereinigten
Staaten kurz vor einer Einigung mit dem Iran über ein Abkommen zur
Beendigung des Krieges stehen sollen, schob die Kurse deutlich an.
Allerdings wies Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai den Bericht
als überzogen zurück. Auch US-Präsident Donald Trump dämpfte zuletzt
die Erwartungen laut Berichten etwas.
Der Dax stieg um 2,12 Prozent und schloss mit
24.918,69 Punkten. Zwischenzeitlich schaffte es der deutsche
Leitindex erstmals seit Ende Februar wieder über die Marke von
25.000 Zählern. Auch zum Rekordhoch von Mitte Januar fehlt dem Dax
nun nicht mehr viel.
Der MDax mit den mittelgroßen Börsentiteln kletterte
um 2,08 Prozent nach oben auf 31.779,41 Zähler hinauf. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zog mit 2,7 Prozent
noch stärker an.
Treiber der Aktienmärkte, insbesondere der USA und Asiens, bleibt
darüber hinaus der Boom mit Künstlicher Intelligenz (KI). In den USA
erreichten der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100
und der marktbreite S&P 500 weitere Rekordhöhen.
Der KI-Boom befeuert weltweit Papiere von Chipkonzernen: In Korea
Samsung und SK Hynix , in den USA
zuletzt vor allem Advanced Micro Devices (AMD) und in
Deutschland Infineon . Letzterer erhöhte nun auch die
Prognose. Die Aktien konnten nach ihrer zuletzt steilen Kursrally
davon aber am Mittwoch nicht mehr profitieren, der Kurs gab um gut
zwei Prozent nach.
In Zürich gewann der SMI Index am Mittwoch 1,8
Prozent, der Londoner FTSE 100 legte noch etwas
stärker zu. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial lag
zum europäischen Börsenschluss mit gut einem Prozent im Plus.
In der in Deutschland auf Hochtouren laufenden Bilanzsaison öffneten
zur Wochenmitte allein sieben Unternehmen aus dem Dax die Bücher.
Continental gewannen 9 Prozent. Der Autozulieferer
verdiente zuletzt bei weniger Umsatz mehr. Ausschlaggebend waren
gute Reifen-Geschäfte und Kosteneinsparungen.
BMW-Anteile verbuchten ein Plus von 5,4 Prozent.
Analysten von JPMorgan bescheinigten dem Autohersteller einen
insgesamt starken Jahresauftakt. Heidelberg Materials
stiegen nach der Vorlage von Quartalszahlen um 2,5 Prozent.
Die Entspannungssignale in Nahost gaben dem Reise- und
Luftfahrtsektor starken Auftrieb. Im MDax legten Tui ,
Fraport und Lufthansa um bis zu 6,3
Prozent zu. Lufthansa will den Gewinn trotz des Kerosin-Schocks
steigern. Im Dax waren die Papiere des Triebwerkherstellers MTU
der stärkste Wert mit einem Plus von gut 10 Prozent.
Airbus stiegen um 6 Prozent.
Teamviewer erklommen mit plus 5,7 Prozent den
höchsten Stand seit fast drei Monaten. Analyst Harald Hof von MWB
Research lobte die Profitabilität des auf Fernwartung
spezialisierten Software-Entwicklers im ersten Quartal./bek/he