ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Hohe Ölpreise verunsichern Anleger
Der deutsche Aktienmarkt hat am letzten Tag
der feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche uneinheitlich tendiert.
Im Fokus stehen neben den anhaltend hohen Ölpreisen und den
Quartalsbilanzen wichtiger US-Technologiekonzerne auch eine Flut an
deutschen Unternehmenszahlen sowie die Zinsentscheidung der
Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstagnachmittag.
Der Dax reduzierte seinen klaren Anfangsverlust und
notierte zuletzt noch 0,3 Prozent im Minus bei 23.898 Punkten. Damit
deutet sich für den Leitindex ein Wochenverlust von rund einem
Prozent an. Der MDax mit den mittelgroßen Werten
drehte nach einem schwächeren Auftakt ins Plus und gewann zuletzt
0,4 Prozent auf 30.144 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
verlor 0,6 Prozent.
Grund für die moderate Erholung war, dass die Ölpreise aktuell etwas
von ihrem Mehrjahreshoch zurückgekommen sind. Rohöl der Nordseesorte
Brent zur Lieferung im Juni war zunächst bis auf 126,41 US-Dollar
gestiegen. Das war der höchste Stand seit dem Jahr 2022. Zuletzt
wurde Brent etwas darunter bei rund 122 Dollar gehandelt.
Die Quartalsergebnisse von Alphabet , Amazon
, Microsoft , Meta und
Qualcomm am Mittwochabend hätten die Investoren nicht
vollends zufriedengestellt, erklärte Analyst Andreas Lipkow von CMC
Markets. "Das ist insofern problematisch, als die Aktien dieser
Unternehmen die Stütze der jüngsten Aufwärtsbewegung am US-Markt
waren." Am Donnerstag nach US-Börsenschluss veröffentlicht mit dem
iPhone-Produzenten Apple ein weiteres Unternehmen aus
der Gruppe der "Glorreichen Sieben" seine Quartalsbilanz.
Die US-Notenbank Fed hatte am Vorabend den Leitzins wie erwartet
unverändert gelassen. Die Inflation wird aber auch in den USA ein
immer brisanteres Thema. An diesem Donnerstag steht am Nachmittag
die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf der
Agenda. Ökonomen erwarten, dass auch die EZB die Leitzinsen vorerst
nicht ändern wird und zunächst die wirtschaftlichen Auswirkungen des
Iran-Kriegs abwarten dürfte.
Bei der DHL Group stieg der operative Gewinn (Ebit)
im ersten Quartal stärker als erwartet. Die freien Barmittelzuflüsse
vor Zu- und Verkäufen von Unternehmensteilen fielen ebenfalls
deutlich besser als prognostiziert aus. Derweil sank der Umsatz
etwas stärker als geschätzt. Die Jahresziele bestätigte der
Logistikkonzern. Für die Aktien ging es zuletzt um 1,2 Prozent
aufwärts.
Der Chemiekonzern BASF bekam auch im ersten Quartal
den Wettbewerbsdruck zu spüren. Der Umsatz schrumpfte um drei
Prozent. Das operative Ergebnis (Ebitda) ging um knapp sechs Prozent
zurück. Unter dem Strich stieg der auf die Aktionäre entfallende
Gewinn um knapp 15 Prozent. Dies hängt mit Dividendenzahlungen von
der Beteiligung von Wintershall Dea zusammen. Die Ziele für das
Gesamtjahr bestätigte der Vorstand. Die Aktien fielen um 0,4
Prozent.
Der VW -Konzern geriet im ersten Quartal in einem
schwierigen Umfeld und wegen Kosten für die US-Einfuhrzölle bei der
Profitabilität weiter unter Druck. Die operative Marge lag bei 3,3
Prozent, rund 0,4 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Analysten
hatten im Schnitt mit 3,7 Prozent gerechnet. Das operative Ergebnis
ging insgesamt um gut 14 Prozent zurück, der Umsatz sank um 2,5
Prozent. Die VW-Vorzugsaktie gewann 0,6 Prozent.
Der Triebwerksbauer MTU steigerte den Umsatz im
ersten Quartal trotz eines negativen Umfelds und des schwachen
US-Dollar um sechs Prozent. Der um Sonderposten bereinigte operative
Gewinn (Ebit) wuchs ebenso stark und übertraf die durchschnittlichen
Erwartungen von Analysten. Der Vorstand um MTU-Chef Johannes
Bussmann hält an seinen Jahreszielen fest, rüstet sich aber für
mögliche Belastungen durch den Iran-Krieg. Die MTU-Papiere zeigten
sich weitgehend stabil.
Der Gabelstaplerhersteller Kion verzeichnete im
ersten Quartal eine überraschend hohe Nachfrage. So stieg der
Auftragseingang im ersten Quartal im Jahresvergleich um über 10
Prozent. Vom Unternehmen befragte Analysten hatten durchschnittlich
weniger erwartet. Auch die freien Barmittelzuflüsse überraschten
positiv. Die übrigen Kennzahlen lagen im Rahmen der Erwartungen. Für
die Kion-Titel ging es um 6,0 Prozent nach oben.
Bester Dax-Wert waren Brenntag mit einem Kursanstieg
von 3,2 Prozent auf 61,60 Euro. Zuvor hatte die Schweizer Großbank
UBS die Aktien des Chemikalienhändlers von "Sell" auf "Neutral"
hochgestuft und das Kursziel von 42 auf 60 Euro angehoben. Der
Nahost-Krieg habe die Weichen neu gestellt, Preissprünge bei Energie
und Chemieprodukten sorgten für bessere Gewinnaussichten bei
Brenntag, schrieb Analystin Nicole Manion.
Die Aktien von Gea , Hochtief , Munich
Re , Rational und RTL
werden am Donnerstag mit Dividendenabschlägen gehandelt./edh/jha/