ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax etwas tiefer zum Ende schwacher Woche
Bei zuletzt wieder leicht gesunkenen Ölpreisen
hat der Dax am Freitag leicht nachgegeben. Eine große
Stütze waren deutliche Kursgewinne des Index-Schwergewichts SAP. Der
deutsche Leitindex schloss 0,11 Prozent tiefer bei 24.128,98
Punkten, verbuchte auf Wochensicht allerdings einen Verlust von 2,3
Prozent. Aktien aus der zweiten Reihe beendeten den Freitag deutlich
schwächer. Der MDax mit den mittelgroßen Werten fiel
um 1,95 Prozent auf 30.249,93 Zähler.
Für die anderen wichtigen Börsen in Europa ging es ebenfalls
abwärts. Der EuroStoxx büßte letztlich rund 0,2
Prozent ein. Die Leitindizes an den Handelsplätzen in Zürich und
London verbuchten Verluste von 0,6 beziehungsweise 0,8 Prozent. In
New York notierte der Dow Jones Industrial zum
europäischen Börsenschluss rund 0,1 Prozent im Minus.
Meldungen, wonach sich der iranische Außenminister Abbas Araghtschi
auf dem Weg in die pakistanische Hauptstadt Islamabad befinden soll,
nährten Hoffnungen auf neue Verhandlungen zwischen den USA und dem
Iran. Araghtschi soll nach Angaben der staatlichen
Nachrichtenagentur Irna mit Vertretern Pakistans, die im Konflikt
zwischen den USA und dem Iran vermitteln, sprechen. Treffen mit
US-Vertretern seien allerdings nicht geplant, erfuhr die Deutsche
Presse-Agentur aus pakistanischen Sicherheitskreisen.
Insgesamt bleibe die Nervosität angesichts der weiterhin
undurchsichtigen Lage im Nahen Osten hoch, stellte Analyst Andreas
Lipkow von CMC Markets fest. Die Investoren wollten derzeit keine
größeren Risiken eingehen. "Ölpreise über 100 US-Dollar stellen
einen klaren Belastungsfaktor dar, da sich mit jedem weiteren Tag
die Inflationsfrage für die Zukunft immer deutlicher stellt",
ergänzte Lipkow.
Die Geschäftszahlen von SAP konnten die zuletzt
enttäuschten Anleger wieder etwas beruhigen. Die Aktien legten um
4,7 Prozent zu. Der aus Cloudverträgen in den nächsten zwölf Monaten
zu erwartende Umsatz (current cloud backlog - CCB) sei besser als
erwartet gewesen, urteilten Analysten. SAP sind 2026 mit einem
Abschlag von fast 29 Prozent mit Abstand schwächster Dax-Wert. Am
Vortag hatten sie sich mit einem Minus von mehr als 6 Prozent noch
ihrem Jahrestief genähert.
Der Energietechnikkonzern Siemens Energy wird nach
der positiven Entwicklung im ersten Geschäftshalbjahr und der
starken Marktnachfrage optimistischer für das Gesamtjahr. Die
Papiere erklommen erneut ein Rekordhoch und endeten 2,6 Prozent im
Plus. Siemens Energy sind im Dax im Jahr 2026 der stärkste Wert mit
einem Zuwachs von knapp 56 Prozent.
UBS stufte MTU auf "Sell" ab. Darauf reagierten die
Anteile des Triebwerkherstellers mit einem Minus von 3,7 Prozent.
Von den drei führenden Triebwerkherstellern sei bei MTU das Risiko
einer "harten Landung" am größten, wenn der Wind im Ersatzteil- und
Servicegeschäft drehe, schrieb Analyst Ian Douglas-Pennant.
Nach vorläufigen Quartalszahlen brachen die Aktien von Jungheinrich
um knapp 15 Prozent auf den tiefsten Stand seit 14
Monaten ein. Der Spezialist für Lagerlogistik stellte die Anleger
auf einen Einbruch des operativen Ergebnisses (Ebit) auf fast die
Hälfte des Vorjahres ein. Ende März hatte Jungheinrich am Markt
bereits mit den Zielen für 2026 enttäuscht.
Der Softwareanbieter Atoss Software rechnet im
laufenden Jahr mit einer höheren Profitabilität. Die Papiere
gewannen 3,9 Prozent./edh/he