Aktien Frankfurt: Anleger zögern - Kaum Fortschritte im Iran - Telekom schwach
Mangels echter Fortschritte im Iran-Krieg
agieren die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch vorsichtig.
Der Dax notierte am Nachmittag prozentual kaum
verändert bei 24.277 Punkten, hält sich damit aber noch über der
200-Tage-Linie für den längerfristigen Trend.
Dass US-Präsident Donald Trump die Waffenruhe mit dem Iran am Vortag
überraschend einseitig für verlängert erklärte, nahmen Anleger zur
Kenntnis. Ein Kurstreiber war es nicht, auch weil die US-Seeblockade
iranischer Häfen wohl fortgesetzt wird.
"Die Lage wirkt aktuell äußerst paradox", schrieb Analyst Maximilian
Wienke von der Handels- und Investmentplattform eToro. Trump
verlängere die Waffenruhe mit dem Iran auf unbestimmte Zeit,
gleichzeitig bleibe die Straße von Hormus blockiert. Damit bestünden
Angebotsengpässe bei Öl, Gas und Dünger fort. "Die grundlegenden
wirtschaftlichen Probleme sind also keineswegs gelöst", so Wienkes
Fazit.
Der MDax mit den mittelgroßen Werten bewegte sich am
Mittwoch bei 31.364 Punkten knapp über seinem Vortagesschluss. Auch
der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 kam nur wenig
voran.
Im Dax stand die Deutsche Telekom im Fokus. Der
Konzern erwägt Bloomberg-Kreisen zufolge eine vollständige
Kombination mit seiner US-Mobilfunktochter T-Mobile US
. Marktteilnehmer sehen das skeptisch, wie das Minus
von 4,5 Prozent zeigt. Damit war die Telekom das Schlusslicht im
Dax. Die regulatorischen Hürden für einen möglichen Zusammenschluss
seien erheblich, gaben die Analysten von Bernstein Research zu
Bedenken. Ohne einen deutlichen Aufschlag auf die Bewertung dürften
die Aktionäre von T-Mobile US zudem kaum damit einverstanden sein,
hieß es weiter.
Vorne im Dax stiegen Siemens Energy auf ein
Rekordhoch und gewannen zuletzt 4,4 Prozent. Siemens
legten um die 1 Prozent zu. Als Treiber erwies sich die jüngste
Geschäftsentwicklung des Schweizer Technologiekonzerns ABB
, der im ersten Quartal den Umsatz deutlich steigern
und beim Auftragseingang spürbar zulegen konnte.
Für die Papiere des Halbleiterherstellers Infineon
ging es um 3,5 Prozent hoch. Sie profitierten von einem überraschend
guten Ausblick des niederländischen Konkurrenten ASM International
.
Im MDax gerieten Tui nach gesenkter Prognose unter
Druck. Die Papiere des Reisekonzerns verloren als einer der
schwächsten Index-Wert mehr als zwei Prozent. Die Aussicht auf mehr
Gewinn im laufenden Jahr trieb dagegen die Aktien des
Düngemittelherstellers K+S mit einem Plus von mehr
als 8 Prozent an die MDax-Spitze.
Die Titel des Laserspezialisten LPKF - Ende des
vergangenen Jahres noch aus dem Nebenwerteindex SDax
abgestiegen - schnellten erneut hoch. Das Plus belief sich auf 15,5
Prozent. Binnen eines Monats haben sie sich damit fast
verdreifacht./ajx/jha/