ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax weiter stabil - Anleger an der Seitenlinie
Der Dax hat sich auch am
Donnerstag stabil gezeigt. Anleger hoffen weiterhin auf eine neue
Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran. Außerdem stützte
der Rekordlauf in Japan und an den US-Börsen die Stimmung.
Nachdem der deutsche Leitindex am Dienstag die Marke von 24.000
Punkten zurückerobert hatte, beendete er den Tag mit plus 0,36
Prozent auf 24.154,47 Zählern. Dabei gelang es ihm auch, die viel
beachte 200-Tage-Durchschnittslinie zu überwinden, die den
längerfristigen Trend signalisiert. Für den MDax , den
Index der mittelgroßen Börsenunternehmen, ging es um 0,17 Prozent
auf 30.938,35 Punkte hoch.
"Während der Dax noch zögert, lässt wachsender Optimismus im
Irankonflikt weltweite Aktien neue Rekordkurse erklimmen",
kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank und
sprach von einem typischen Börsengeschehen. Die Haltung der Anleger
wandele sich von Angst in eine neutrale Haltung bis hin zu Gier. "Im
Moment kaufen viele, um erst später Fragen zu stellen." Denn noch
gibt es weder Fortschritte in den Verhandlungen noch irgendwelche
greifbaren Ergebnisse. Die Ölpreise steigen zudem wieder leicht,
wobei ein Fass der Sorte Brent aber immer noch etwas weniger als 100
US-Dollar kostet.
Europaweit zeigten sich die wichtigsten Börsen ähnlich wie
hierzulande nahe an ihren Vortagsständen. Der Eurozonen-Leitindex
EuroStoxx 50 verlor 0,12 Prozent auf 5.933,28 Punkte
und auch in der Schweiz ging es leicht abwärts, während die Londoner
Börse moderat zulegte. In den USA kamen Nasdaq und S&P 500
nach Rekorden wieder etwas zurück. Der bekannteste
Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zeigte sich
zum europäischen Börsenschluss fast unverändert.
Im Dax war die Brenntag -Aktie mit plus 4,1 Prozent
bester Wert. Sie erhielt von einem positiven Kommentar der US-Bank
Goldman Sachs Auftrieb. Analystin Suhasini Varanasi hob das Kursziel
an und bekräftigte ihre Kaufempfehlung, da sie weiter davon ausgeht,
dass der Chemiehändler vom aktuell schwierigen Umfeld profitieren
wird. Dagegen büßten Mercedes am Index-Ende 2,0
Prozent ein. Goldman und Kepler Cheuvreux hatten ihr Kursziel für
das Papier des Autobauers gesenkt.
Aixtron gaben im MDax nach dem 20-prozentigen
Kurssprung am Vortag um 3,4 Prozent nach. Der
Chipindustrie-Ausrüster hatte am Mittwoch seine Jahresziele höher
gesteckt und nach Xetra-Schluss die Ausgabe von Wandelanleihen
angekündigt.
Klare Kursgewinne bei DocMorris aus der Schweiz nach
einem erfreulichen Jahresauftakt wirkten sich auch positiv auf die
Aktie des Branchenkollegen Redcare Pharmacy aus: Das
Papier der Online-Apotheke gewann an der MDax-Spitze 9,5 Prozent.
Streiks bei Lufthansa belasteten die Aktie der
Fluggesellschaft und die des Flughafenbetreibers Fraport
. Letztere verlor als MDax-Schlusslicht 3,6 Prozent,
Lufthansa rutschten davor um 3,4 Prozent ab.
Im Nebenwerte-Index SDax gab der Anteilsschein von
Heidelberger Druck nach einer zweitägigen von
Rüstungsfantasie getriebenen Rally mit minus 11,2 Prozent den
Großteil der Gewinne wieder ab. Der Druckmaschinenhersteller blieb
laut vorläufigen Zahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr mit der
bereinigten operativen Marge hinter der eigenen Zielsetzung zurück.
Die schwer gebeutelte Gerresheimer -Aktie erholte sich
etwas mit plus 19,4 Prozent. Die Kreditgeber des
Verpackungsspezialisten stimmten einer Fristverlängerung zur Vorlage
des testierten Jahres- und Konzernabschlusses 2025 zu. Dessen
wiederholte Verschiebung hatte das Unternehmen vor einer Woche den
Platz im SDax gekostet./ck/he