Aktien Frankfurt: Iran-Hoffnungen helfen Dax über 24.000 Punkte
Hoffnungen auf weitere Gespräche im Iran-Krieg
haben dem Dax am Dienstag klar Auftrieb gegeben. Die
Marke von 24.000 Punkten, über welcher die Erholung in der Vorwoche
ins Stocken geraten war, erwies sich nach einem freundlichen Start
zeitweise als hohe Hürde für den wichtigsten deutschen Aktienindex.
Nach einem Anstieg bis auf 24.043 Punkte stand am frühen Nachmittag
ein Plus von 1,13 Prozent auf 24.011 Punkte zu Buche.
Der MDax mit den mittelgroßen hiesigen
Börsenunternehmen gewann 1,25 Prozent auf 30.631 Punkte. Für den
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,1
Prozent bergauf.
Da die USA und der Iran eine weitere Gesprächsrunde erwögen, bestehe
"die Chance auf ein Ende der militärischen Auseinandersetzungen",
schrieb Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC
Partners. Ein Friedensabkommen würde zudem die Straße von Hormus
öffnen, einen für die Weltwirtschaft wichtigen Schifffahrtsweg.
Zudem wollen die libanesische Regierung und Israel in Washington
erstmals seit Jahrzehnten direkte Gespräche beginnen. Israel strebt
laut Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ein dauerhaftes
Friedensabkommen mit dem Libanon an. Er fordert eine Entwaffnung der
libanesischen Hisbollah-Miliz, die mit dem Iran verbündet ist.
Zu Wochenbeginn hatten Dax und EuroStoxx mit den freundlichen New
Yorker Börsen ihre Verluste deutlich eingedämmt - trotz der
US-Blockade der Straße von Hormus nach gescheiterten ersten
Gesprächen. Aktuell zeichnet sich in New York eine positive
Eröffnung ab. An den asiatischen Handelsplätzen ging es schon nach
oben.
Am deutschen Aktienmarkt stach Heidelberger Druck mit
einem Kurssprung von zuletzt knapp 19 Prozent heraus. Dass sich
Brandenburgs Ministerpräsident am Standort Brandenburg an der Havel
über den Einstieg ins Drohnenabwehrgeschäft informieren will,
belebte die Rüstungsfantasie erneut. Händler verwiesen angesichts
der zunehmenden Kursdynamik im Tagesverlauf auch auf Eindeckungen
von Leerverkäufern. Diese geraten im Fall steigender Kurse unter
Druck, ihre Positionen durch Käufe aufzulösen, und verstärken damit
den Anstieg noch.
Schon Mitte März hatten die Aktien von der Ankündigung profitiert,
neben dem Kerngeschäft mit Druckmaschinen und angebotenen
Auto-Ladeboxen ein weiteres Standbein im Bereich der Drohnenabwehr
aufzubauen. Hierbei handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen
einer Tochter mit dem amerikanisch-israelischen Technologie-Anbieter
Ondas Autonomous Systems.
Dass die EU zum Schutz der europäischen Stahlindustrie ihre
Einfuhrregeln verschärft, bescherte Salzgitter und
Thyssenkrupp Kursgewinne von 6 beziehungsweise 3,7
Prozent. Damit setzten die Aktien ihre Ende März begonnene
Erholungsrally fort.
Ansonsten bewegten Analystenaussagen. Bei Continental
sorgte eine Hochstufung für Kursgewinne von 2,4 Prozent. Die
britische Investmentbank Barclays setzt in der europäischen
Automobilbranche im aktuellen Umfeld stärker auf Defensivqualitäten
und Preismacht.
Eckert & Ziegler erholten sich um 5,8 Prozent,
nachdem das Bankhaus Metzler die Beobachtung mit einer
Kaufempfehlung aufgenommen hatte. Der Hersteller radioaktiver
Komponenten für Industrie und Medizin verzeichne ein solides
Wachstum in einem gut abgeschirmten Geschäftsfeld, lobte Alexander
Neuberger. Trotz Rekordmargen seien die Papiere deutlich günstiger
bewertet als die der Konkurrenz.
Die Aktien von Nordex sanken indes nach dem
Rekordhoch der vergangenen Woche um 0,7 Prozent. Das Analysehaus MWB
Research attestierte dem Windturbinenhersteller zwar trotz eines
Rückgangs einen soliden Auftragseingang für das erste Quartal. Doch
angesichts der jüngsten Kursrally werde er nun vorsichtiger,
begründete Experte Leon Mühlenbruch seine Abstufung.
Für Aixtron ging es um weitere 2,4 Prozent bergab,
nachdem die Investmentbank Oddo BHF zwar das Kursziel angehoben,
aber ihre positive Anlageempfehlung gestrichen hatte. Inzwischen sei
bereits ein sehr guter Geschäftsverlauf bis 2027 eingepreist,
schrieb Martin Marandon-Carlhian./gl/jha/