Aktien Frankfurt: Dax fällt - Ölpreis steigt nach gescheiterten Iran-Gesprächen
Konjunktur- und Inflationssorgen haben den deutschen Aktienmarkt am Montag wieder stark belastet. Nach dem zuletzt aufgekommenen Optimismus im Zuge der Waffenruhe im Nahost-Krieg sorgte nun der deutlich gestiegene Ölpreis für Ernüchterung. Auslöser des Preisschubs am Rohölmarkt war die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Seeblockade der Straße von Hormus, nachdem am Wochenende die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran vorläufig gescheitert waren.
Der Leitindex Dax
Direkte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad waren ohne greifbares Ergebnis geblieben. Für diesen Montag hat Trump eine Blockade von Schiffen in der Straße von Hormus angekündigt, die iranische Häfen anlaufen oder von ihnen auslaufen. Zugleich erläuterte das Militär, dass die Durchfahrt von Schiffen, deren Ziel oder Startpunkt kein iranischer Hafen ist, nicht beeinträchtigt werde. Trump will mit der Hormus-Blockade verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt, und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden.
Der Iran gab sich unbeeindruckt. Trumps Ankündigung der Seeblockade sei nichts als Bluff, schrieb der Sprecher des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, Ebrahim Rezaei, auf der Plattform X. Dies würde als Militäroperation gewertet, "und wir würden darauf reagieren". Die Revolutionsgarden warnten davor, dass sich Militärschiffe der Straße von Hormus nähern. Dies würde als "klarer Verstoß gegen die bestehende Waffenruhe betrachtet", hieß es.
Zwar rechneten die Anleger fest damit, dass beide Parteien zähneknirschend an den Verhandlungstisch zurückkehren, doch die akute Gefahr bleibe extrem hoch, schrieb Analyst Frank Sohlleder vom Handelshaus Activtrades. Das absolute Nadelöhr, die blockierte Straße von Hormus, bleibe unter der Kontrolle Teherans weiterhin fest verschlossen. Und als Vergeltung drohe die US-Administration nun mit eigenen, aggressiven Blockaden. Dieses explosive geopolitische Gemisch berge massive Risiken.
In der Nacht zum Montag zog der Preis für ein Barrel (159 Liter)
Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni erneut über die
Marke von 100 US-Dollar an. Dies hatte bereits die Börsen in Asien
ins Minus gedrückt. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial
Der wieder stark gestiegene Ölpreis führte auch zu einer Verteuerung
von Kerosin, was Aktien aus der Luftfahrt-Industrie belastete. So
fielen Titel des Triebwerkbauers MTU
Lufthansa
Als Schlusslicht im MDax knickten die Papiere von Nemetschek
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
ISIN DE0008469008 DE0008467416 DE0009653386
AXC0195 2026-04-13/14:54
Relevante Links: Fraport AG, MTU Aero Engines AG, Nemetschek SE, Deutsche Lufthansa AG, Airbus SE